Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/dpa/Armin Weigel

London - Menschen, die sich selbst als geborene Glückspilze oder als ewige Pechvögel sehen, machen sich nach einer britischen Studie etwas vor. "Ob Glückspilz oder Pechvogel, beide glauben, dass ihr Leben vom Schicksal bestimmt wird", sagte der Leiter der Studie, der Psychologe Richard Wiseman von der englischen Universität Hertfordshire, der "Daily Mail". Das sei jedoch alles nur Einbildung.

Wiseman testete 400 Erwachsene, die sich selbst für besondere Glückspilze oder Pechvögel hielten. Ständig führten sie bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen in ihrem Leben auf ihr Glück oder Unglück zurück. "Zum Beispiel berichteten sie, sie seien gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen, um einen tollen Job zu bekommen, oder seien bei einer Party, die sie eigentlich gar nicht besuchen wollten, einem Fremden in die Arme gelaufen, in den sie sich dann verliebten", erläuterte Wiseman. "Dem standen diejenigen gegenüber, die berichteten, sie hätten einen Zug verpasst und seien dann mit dem nächsten in einen Unfall verwickelt worden."

Menschenkenntnis, Selbstbewusstsein und Optimismus

Doch bei genauerem Hinsehen zeigte sich nach Wisemans Erkenntnissen unter anderem, dass die "Glückspilze" eine wesentlich bessere Menschenkenntnis besaßen, was ihnen oft von Vorteil war. Dafür spielte er den Testpersonen Videos vor, bei denen entweder die Wahrheit oder die Unwahrheit gesagt wurde. Die "Glückspilze" konnten die Lügner viel besser herauspicken als die "Pechvögel". Die Tatsache, dass die "Pechvögel" nach eigenen Angaben seltener bei Preisausschreiben oder im Lotto gewannen, führt Wiseman darauf zurück, dass sie viel seltener an solchen Glücksspielen teilnahmen als die "vom Glück Verfolgten".

Vor allem aber glaubt der Forscher nachgewiesen zu haben, dass die "Glückspilze" durch ihr größeres Selbstbewusstsein und ihren ausgeprägten Optimismus erfolgreicher sind. Wer davon überzeugt sei, immer Glück zu haben, trete viel entschiedener auf, sagte Wiseman. Die "Pechvögel" dagegen führten Misserfolge sofort auf das böse Schicksal zurück, anstatt die Ursachen bei sich selbst zu suchen und an sich zu arbeiten. Wisemans Fazit: "Die Wahrheit ist, dass das Schicksal niemanden bevorzugt." (APA/dpa)