Amman - Ein von den USA geführter Krieg gegen das Nachbarland Irak wäre für Jordanien nach den Worten von Wirtschaftsminister Samer Tawil ein "Desaster". "Jeder Angriff auf den Irak würde für Jordanien sehr ernste Probleme schaffen", erklärte das Regierungsmitglied am Freitag in Amman. Besonders dramatisch wäre für das Königreich ein Stopp der irakischen Erdölzufuhr. Jordanien bezieht jährlich mehr als fünf Millionen Tonnen Öl aus dem Nachbarland. Auch auf die Industrie, den Fremdenverkehr und das Verkehrswesen würde sich ein Krieg verheerend auswirken.

König Abdullah II. hatte die USA vor einem Militärschlag gegen den Irak gewarnt, der nach seiner Auffassung die internationalen Anstrengungen bei der Bekämpfung des Terrorismus empfindlich schwächen würde. Die dadurch weiter verschärften Spannungen im Nahen Osten würden einen "fruchtbaren Boden" für terroristische Operationen schaffen, hatte der Monarch in einem AFP-Gespräch gewarnt. Auch Königin Rania hatte erklärt, ein Krieg werde unvermeidlich zu verstärktem Terrorismus führen, da er "die Wut und die Frustration" vieler Araber bestärken würde.(APA)