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Platz 15: Tocotronic: "Tocotronic"

Zerwürfnis innerhalb der Redaktion. Hier: "Wie das Weiße Album der Beatles. Eine der wichtigsten Platten des Jahres!" (... ohne freilich in den Charts des Betreffenden aufzutauchen ...). - Dort: "Was hat dieses Album mit dem Hier und Jetzt zu tun? Keine Ahnung, worüber die schwafeln". - Dazwischen: "Wasis? Klingt doch eh wie immer!"

Foto: Archiv

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Platz 14: Mariah Carey: "Charmbracelet"

Kreisch!! Sie ist wieder da. Und immer noch so gefühlsecht wie Gips.

Foto: Archiv

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Platz 13: Ben: "Heeeerz aus Glaaaas"

... gefolgt von (schluck) "Gesegnet seist du". Ein Genre, das aus den USA nach Europa geschwappt zu sein scheint: Milchbärtige Schmerzensmänner, die auf ihren Schultern alle Last der Welt tragen und ach so eeeeernst dreinschauen ... Ben ist ihr strickhaubengekrönter König.

Foto: Archiv

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Platz 12: Enya: "May it be"

Das hat sich der "Herr der Ringe" nicht verdient: dass Enya den Titelsong zum Teil 1 abbekam. Sind ihre Lieder ohnehin schon meist Denkmäler der Monotonie, verlor sie hier endgültig jeden Refrain unter den Füßen und entschwebte in einem Zeppelin voller Fadgas über den Ebenen von Mittelerde.

Foto: Archiv

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Platz 11: David Charvet: "Leap of Faith"

Künstlerisches Crossover ist angesagt: Eminem schauspielert, Nicole Kidman und Ewan MacGregor singen ... "Das kann ich auch", dachte sich da "Baywatch"-Lippfisch David Charvet. Falsch gedacht.

Foto: APA/Lorencz

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Platz 10: Christina Aguilera und Shakira

Sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen - oder sollte man sagen: wie das linke Körbchen dem rechten? Christina Aguilera (links) und Shakira (äh ... rechts), die beiden Ikonen des Vulgärsexappeals, übertrafen sich - und einander - im vergangenen Jahr wieder selbst. Ein stilistisches Voting, zugegeben. Doch will hier jemand für ihre Musik eintreten?

Fotos: Reuters, Montage: derStandard.at

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Platz 9: Ozzy Osbourne: "Dreamer"

Das Gute: Ozzy ist noch immer bei Stimme. - Das Schlechte: was er damit macht. Noch gespenstischer als diese Streichkäse-Ballade und der ... entrückte ... Live-Auftritt im Strampelanzug ist jedoch der unerklärliche Umstand, dass sich dazu im Publikum zahlreiche Hände zum metalligen Satanshörner-Gruß hochreckten. Jaja - If only we could all just find serenity / It would be nice if we could live as one ..., knüppelharter Stoff. Dann doch lieber gleich den Proll-Pop der Tochter.

Foto: Reuters/Hird

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Platz 8: Eminem: "Cleaning out my closet (I'm sorry Mama)"

Muss man eigentlich alles mögen, was er macht? Darf es einem nicht auf die Nerven gehen, dass einem jemand ständig seine privaten Abrechnungen via Hitparade aufs Auge (bzw. ins Ohr) drückt? Kann man den Text zu diesem Lied auch einfach nur für weinerliches Gegreine halten? - Wer weiß. Hier der Songtext.

Foto: APA/EFE

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Platz 7: Xavier Naidoo: "Zwischenspiel/Alles für den Herrn"

Der Pathospastor und Betroffenschauer Nummer I soult sich in Zeilen wie Mann,wie konntest du von uns gehen / jetzt soll ich dich nie mehr sehen / Verzeih mir all die Dinge, die ich sagte / nur weil mich wieder irgendetwas plagte ... oder Sie verlieren ihre Unschuld / wie ein Milchzahn fällt sie aus oder Herr, lass mich auch mit denen streiten / die ihr ewigen Ruhm prophezeiten / denn sie logen und phantasierten / für die die mit ihr die Welt regierten. - Wer will die Remissionierung Europas? Wir nicht.

Foto: Archiv

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Platz 6: Das Songcontest-Horror-Doppelpaket

Hüben Stermann/Grissemann und "Das schönste Lied der Welt", drüben Manuel Ortega und "Say a word": zwei Seiten einer Medaille, die wechselseitig allergischen Juckreiz auslöst - je nachdem, wer welche davon auflegt.

Montage: derStandard.at, Fotos: Reuters/Archiv

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Platz 5: Stefan Raab: "Gebt das Hanf frei!"

Nein bitte, kann diesen Mann nicht endlich jemand stoppen? Jedes Jahr wirft die Selbstvermarktungsmaschine Stefan Raab eine neue Single mit "origineller" Idee auf den Markt: nach Songcontest-Teilnahme, "Maschendrohtzaoon" und der Schrödersatz-Verwurstung "Ho mir ma ne Flasche Bier" nun also das. Ein wahres Wunder, dass der "Steuer-Song" jemand anderem eingefallen ist.

Foto: Archiv

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Platz 4: Die Gerd Show: "Der Steuersong"

Was vielleicht als originelle Idee begann, endete als konservative Propaganda auf der Webseite der CDU. Ärgerlich.

Foto: Archiv

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Platz 3: Anastacia: "Boom"

Nie gehört? Leute, das war der offizielle WM-Song 2002 - also etwas, das uns noch auf ewige Zeiten mitgrölbar im Gedächtnis geblieben sein sollte wie Ricky Martins "Copa de la vida" von '98. "Boom" scheint hingegen von niemandem so recht registriert worden zu sein - bei einer so unaufdringlichen Erscheinung wie Anastacia schon wieder ein Kunststück für sich.

Foto: Reuters/Szlukovenyi

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Platz 2: Bilgeri: "Silver Bell"

"No more Christmas singles, let's drop them on Iraq!" sang das Puppen-Ensemble von "Spitting Image" schon vor einem Jahrzehnt - und es ist gespenstisch, wie sich die Geschichte zu wiederholen scheint. Soooo tief greift sie in ihre Mottenkiste, dass sie gar den Bilgeri daraus hervorholt. Der meldete sich im Vorjahr nämlich mit einem kritischen Weihnachtslied zurück - im dazugehörigen Video liegt ein abgestürzter Santa Claus zwischen Flammensäulen im Schnee, und US-Hubschrauber kreisen über traurigen Engeln. Zu subtil.

Foto: Archiv

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Platz 1: die 80er-Coverversion

Man kann's nicht mehr hören: Lieder der 80er, die als Ballermann-Techno remixed die Dancefloor-Charts zukleistern. Herausragendes Beispiel: Novaspace, die als ihre bisherigen Singles der Reihe nach "Time after time" (Cyndi Lauper), "To France" (Mike Oldfield) und "Guardian Angel" (Masquerade) vercovertigten. - Das hat auch nix mit 80er-Nostalgie zu tun, die uns selbst ja nicht immer fremd ist, sondern dient einfach nur als Melodienklau für Propagenten des Sangria-aus-Kübeln-Saufens.

Foto: Archiv