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Schon 2010 soll es soweit sein: Mit der U-Bahn zum Markusplatz

Montage: Reuters/ Archiv

Venedig - In der Lagunenstadt Venedig soll künftig die Fortbewegung nicht nur per Gondel, sondern auch per U-Bahn möglich sein. Die für die öffentlichen Verkehrsmitteln Venedigs zuständige Verwaltungsgesellschaft Actv hat dieser Tage ein Projekt vorgestellt, mit dem in fünf Jahren eine acht Kilometer lange Metro-Verbindung zwischen dem Flughafen "Marco Polo" und der Altstadt gebaut werden soll. Das von einem Pool von Bauunternehmen erarbeitete Vorhaben sieht Investitionen im Wert von 250 Millionen Euro vor.

2.000 Passagiere pro Stunde

Laut dem Projekt sollten 58 Prozent der Ausgaben für das neue U-Bahn-Netz vom italienischen Staat und der Rest von Privatinvestoren, darunter die römische Bank Bnl und die Verwaltungsgesellschaft des Venediger Flughafens Save, übernommen werden, berichteten italienische Medien. Pro Stunde sollte die U-Bahn bis zu 2.000 Passagiere pro Richtung transportieren. Auf der Strecke sind sechs Stationen vorgesehen. Die U-Bahn würde unter anderem auf der Insel Murano halten.

Wettbewerb

"Der Venediger Gemeinderat hat nun vier Monate Zeit, um das Projekt zu überprüfen und eventuelle Änderungen vorzuschlagen. Danach kann ein Wettbewerb für den Bau des U-Bahn-Netzes ausgeschrieben werden. Andere Baugesellschaften haben noch Zeit, weitere Projekte vorzulegen", betonte Roberto D'Agostino, Ausschussratsmitglied von Venedig.

Bis 2010 könnte die U-Bahn fertig sein

Die U-Bahn könnte bereits 2010 eingeweiht und später bis zur Insel Lido verlängert werden. In diesem Fall würde sie bis zu 21 Kilometer lang werden. Auf dem Festland würde die Metro unterirdisch in Tunnels laufen, um dann wieder im Untergrund zu verschwinden.

U-Bahn könnte Tourístenstrom besser verteilen

Der Venediger Bürgermeister Paolo Costa bezeichnete das Projekt als eine Lösung für die Mobilitätsprobleme der Lagunenstadt. "Es gibt zu viele Touristen an zu wenigen Orten", so der Bürgermeister. Eine U-Bahn könne den Strom der Besucher besser verteilen.

Heftige Proteste der Umweltschützer

Das Metroprojekt rief jedoch bei Umweltschützern heftige Proteste hervor. Eine U-Bahn unter den Lagunenstadt werde "schreckliche" Auswirkungen für die Stadt haben, da es zu "gefährlichen Erschütterungen" kommen könne.

Deiche gegen Überschwemmungen

Auch andere Großprojekte sorgen derzeit in Venedig für Debatten, wie der Bau riesiger mobiler Deiche, die die Lagune vor Hochwasser schützen sollen. Die italienische Regierung beschloss in den vergangenen Wochen, erstmals Geld für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Unter dem Eindruck des seit Wochen anhaltenden Hochwassers will Rom 450 Millionen Euro bereitstellen. Nach den Regierungsplänen soll die Lagunenstadt künftig durch Deiche vor Überschwemmungen geschützt werden, die am Meeresgrund montiert werden und sich heben, sobald der Wasserspiegel ansteigt. (APA)