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Innsbruck - Deutschlands Ski-Adler hatten alles andere als einen wunschgemäßen Auftakt im Neuen Jahr. Rang zwölf durch Sven Hannawald, die Plätze 26 und 28 durch Michael Uhrmann und Georg Späth beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Für die erfolgsverwöhnten Deutschen war es das schlechteste Tournee-Ergebnis seit 38 Jahren. Wolfgang Steiert, Co-Trainer von Reinhard Heß, meldete sich ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt recht lautstark zu Wort und wollte seine Zukunfts-Perspektiven abgesteckt wissen.

Steiert giert nach Cheftrainerposten

Der Schwarzwälder ist seit 1993 "Heimtrainer" von Sven Hannawald und seit 1997 von Martin Schmitt und strebt schon seit längerer Zeit den Cheftrainerposten an. Doch Erfolgstrainer Reinhard Heß hat seinen Vertrag zumindest bis 2004 sicher, DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller bestätigte das. "Er wird ein Riesenloch hinterlassen, wenn er einmal geht", weiß Pfüller. Heß selbst war wohl nicht gerade erfreut, dass aus seinem Trainerteam mitten im Tourneeverlauf derartige Ansprüche angemeldet werden. "Es gab im Frühjahr die klare Aussage, dass in den nächsten zwei bis vier Jahren nichts passieren wird", sagte Heß. Es gäbe keinen Grund in dieser "seit Garmisch komplizierten Situation" über persönliche Dinge zu diskutieren, Perspektiven würden wie immer erst im Frühjahr abgesprochen werden.

Heß sitzt fest im Sattel

Der ehrgeizige Steiert wird es schwer haben, den seit Jahrzehnten erfolgreichen Heß schnell zu beerben. Allgemein wird eher erwartet, dass der 57-jährige Heß sogar noch bis zu den Olympischen Winterspielen in Turin weiter machen wird. Der Ehrgeiz ist eine starke Triebfeder für Steiert, der auch immer wieder gerne betont, dass er der "erste stellvertretende Bundestrainer" ist. "Ich muss meine persönliche Zukunft planen", gab Steiert als Begründung für seine Forderung an. Doch der als impulsiv geltende Coach wurde durch ein Machtwort des DSV-Generalsekretärs vorerst besänftigt. Wenig dienlich für das Mannschaftsklima der Deutschen dürfte auch diese Aussage Steierts gewesen sein: "Ob sich Beide kurzfristig an einen anderen Trainer gewöhnen können, ist fraglich." Dabei spielte er freilich auf die Leistungsträger Hannawald und Schmitt an.

´Enttäuschung über Garmisch sitzt tief

Abgesehen davon ist Heß das Ergebnis vom Neujahrsspringen jedenfalls nach wie vor ein Rätsel. "Ich habe das immer noch nicht richtig begriffen, das war nicht das Niveau des deutschen Skisprungsports." Und was meint Heß zu den Österreichern? "Sie haben viel von uns übernommen und die Trainerstrukturen von uns abgeschaut." Österreichs Nordischer Direktor, Toni Innauer, versteht die Aufregung nicht ganz. "Dass man auch die Häme hat, wenn man als Nation wie Deutschland keinen Springer in den Top Ten hat, wundert mich aber nicht."(APA)