Wien - Der Vorstand der Austrian Airlines (AUA) hält an der geplanten Einführung einer neuen Gehaltstabelle für neu eintretende Piloten fest. Die Einführung eines solchen günstigeren Gehaltsschemas sei "eine wesentliche Voraussetzung, um den Austrian Airlines-Flugbetrieb auch in den kommenden Jahren konkurrenzfähig zu halten und ihm damit wiederum neue Wachstumsmöglichkeiten zu eröffnen", bekräftigte das Unternehmen am Freitag.

Damit bleibt der mit der Kündigung einer Betriebsvereinbarung zum "Unterwanderungsschutz" zu Jahresende ausgebrochene Konflikt mit dem AUA-Bordpersonal weiter bestehen. AUA-Piloten und Flugbegleiter lehnen nämlich ein neues Gehaltsschema ab: "Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft", bekräftigte AUA Bord-Betriebsratschef Rudolf Novak nach einer heutigen Betriebsversammlung am Flughafen Wien vor Journalisten.

Resolution

Rund 700 AUA-Mitarbeiter unterzeichneten heute eine Resolution, in der sie den Betriebsrat ermächtigen, "alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor Unterwanderung" zu ergreifen. Die aufgekündigte Vereinbarung schrieb fest, dass in der Gruppe 43 Prozent der Arbeitszeit (Blockstunden) von AUA-Personal geleistet werden muss. Die heute begonnene Urabstimmung für rund 2.000 betroffenen AUA-Piloten und -Flugbegleiter endet am 17. Jänner.

Ein neues günstigeres Gehaltsschema ist für AUA-Vorstand Josef Burger "ein ganz wesentlicher Punkt" bei der Fortsetzung des eingeleiteten Turnaround-Kurses der Austrian Airlines-Gruppe. Die Höhe des "umfassenden Pakets" aus Einstiegsgehältern, Vorrückungen und Pensionsregelungen wollte er zwar nicht beziffern, es handle sich aber um "substanzielle Kostenreduzierung".

"Win-win-Situation"

In seinen Augen bedeute die Einführung geringerer Pilotengehälter eine "Win-win-Situation", sagte Burger: Die Austrian Airlines-Gruppe könne weitere Marktchancen wahrnehmen, für Mitarbeiter der Gruppe entstünden "neue Karrieremöglichkeiten", es gebe "neue Jobs, die sonst nicht da wären" und zusätzlich werde das Unternehmen abgesichert.

"Es geht nicht um Jobabbau, sondern um Produktionsaufbau", erklärte Burger. Arbeitsplatzgarantien könne das Unternehmen freilich nicht abgeben. "Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, alle Marktchancen nutzen um uns vorwärts zu entwickeln", sagte der AUA-Vorstand. Die AUA-Gruppe werde an ihrem hohen Qualitätsstandard festhalten.(APA)