Rom - Ein Gericht in Rom hat am Freitag die Freilassung eines mutmaßlichen Mitglieds der Terrorgruppe Rote Brigaden angeordnet. Die Entscheidung fiel wegen eines Verfahrensfehlers, wie der Anwalt von Michele Pegna mitteilte. Pegna war Mitte Dezember in Neapel festgenommen worden. Trotz der richterlichen Anordnung vom Freitag muss er nach Auskunft seines Anwalts Mario D'Alessandro noch ein Jahr hinter Gittern verbringen - eine Auflage, die von einer früheren Verurteilung herrührt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Pegna vor, Mitglied der Roten Brigaden zu sein. Er selbst hat dies nach Auskunft seines Verteidigers stets bestritten. Bis zum Jahr 2000 saß Pegna wegen mutmaßlicher Verbindungen zu der Terrorgruppe 16 Jahre in Haft.

Die Roten Brigaden waren vor allem in den 70er und 80er Jahren aktiv. Ihr prominentestes Opfer war der frühere Ministerpräsident Aldo Moro, der 1978 entführt und ermordet worden war. Im März bekannte sich eine Zelle der Roten Brigaden zur Ermordung des Regierungsberaters Marco Biagi. (APA/AP)