Eine starke Zunahme von Fällen, bei denen Internetmehrwertdienste dem Kunden eine böse Überraschung bescherten, meldet die Rundfunk-&-Telekom-Regulierungs-GmbH (RTR). Rund zwanzig Prozent aller Streitschlichtungsverfahren betreffen bereits solche "Dialer-Programme", Tendenz steigend.

Fast gratis

Bei Dialer-Programmen handelt es sich um ein kleines Softwarepaket, das oftmals als "Gratiszugangssoftware", "Keine Kreditkarte notwendig" oder Ähnliches im Internet zum Download angeboten wird und das einen Zugang zu Seiten mit meist erotischem Inhalt verspricht. Mittlerweile gibt es eine Unzahl solcher Programme. Verschleiert wird dabei die Tatsache, dass diese Software einen Zugang über eine Mehrwertnummer herstellt und die User dadurch oft unwissentlich statt zu normalen Onlinetarifen zu wesentlich höheren Kosten surfen. Einmal heruntergeladen und ausgeführt, unterbricht ein solches Programm die bestehende, meist kostengünstige Internetverbindung und baut über die Telefonleitung eine neue Verbindung zu der kostenintensiven Rufnummer auf.

Uneindeutig

Bei der RTR bedauert man deshalb, dass es noch immer keine eindeutigen Regeln für Mehrwertdienstanbieter gibt und dass die Behörde in diesen Fällen quasi ohne gesetzlichen Auftrag agiert. Fast immer handelt es sich dabei um inländische Datenverbindungen zu Rufnummern in den Bereichen (0)900 und (0)930, Verbindungen zu Auslandszonen sind seltener.

Um keine horrende Surfrechnung zu erhalten, gibt die RTR einige Empfehlungen:

  • Tarifzonensperren beim Telekombetreiber oder Provider beantragen.
  • Wahlloses Herunterladen und Installieren von Porgrammen sowie Ausführen von Applikationen, die man nicht genau kennt, besser meiden.
  • Sicherheitseinstellungen des Internetbrowsers beachten. Empfohlen wird, ActiveX, eine Steuerungserweiterung für den Browser, sowie Javascript, eine Programmiersprache, eventuell auszuschalten. Nachteil: Nicht alle Webpages können auch ohne ActiveX/Javascript betrachtet werden.
Dialer-Programme funktionieren übrigens nur, wenn die Einwahl ins Internet über normale Telefonleitung oder ISDN durchgeführt wird; bei ADSL oder Kabel tritt diese "Problematik" nicht auf. (ruz/DER STANDARD Printausgabe, 3.1.2003)