Wien - Der Preis für Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ein neues Zwei-Jahres-Hoch erreicht. Ein Barrel (159 Liter) habe am Freitag im Schnitt 30,83 Dollar gegenüber 30,05 Dollar am Tag zuvor gekostet, berichtete das OPEC- Sekretariat am Montag in Wien. Zuletzt war OPEC-Öl Ende November 2000 ähnlich teuer gewesen. Händler befürchteten ein weiteres Ansteigen der Preise, solange die Krise in Venezuela nicht beendet sei.

Rohöl zur Auslieferung im Februar hatte am Montag an der New Yorker Warenterminbörse NYMEX um 3,8 Prozent auf 33,08 Dollar je Barrel zugelegt. Der Barrelpreis für Nordseeöl (Brent) war dagegen in London leicht rückläufig um 0,18 Cent auf 30,59 Dollar.

Produktionserhöhung

Die OPEC könnte ihre Produktion erhöhen, sollte der Durchschnittspreis bis zum 14. Jänner nicht nachhaltig sinken. Das erklärte der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Obaid bin Saif Al-Nasseri, nach einer Meldung der OPEC-Nachrichtenagentur OPECNA. "Wenn die Preise über 20 Tage auf diesem Niveau bleiben, wird sich die OPEC selbstverständlich bewegen, um das Problem zu lösen", so auch der kuwaitische Ölminister Scheich Ahmed Fahd Al Ahmed Al Sabah am Montag. Ein Sondertreffen ist für diesen Beschluss nicht notwendig

Nach dem Preismechanismus der OPEC soll die Produktion von aktuell 23 Millionen Barrel am Tag um eine halbe Million Barrel erhöht werden, wenn der Preis an mehr als 20 Werktagen über 28 Dollar liegt. Das Kartell strebt einen Richtpreis zwischen 22 und 28 Dollar an.

Extreme Ausschläge

Der Ölpreis hatte in den vergangenen Jahren extreme Ausschläge verzeichnet. Anfang 1999 war ein Barrel für weniger als 10 Dollar zu haben, im November 2000 kostete diese Menge dann deutlich über 30 Dollar. Zu Beginn des Krieges zwischen dem Irak und Iran im Frühjahr 1980 und vor dem Golfkrieg im Oktober 1990 hatte der Barrelpreis sogar kurzfristig die 40 Dollar-Grenze durchstoßen.

Russland als größter Ölexporteur außerhalb der OPEC will mit dem Kartell zur Stabilisierung der Ölpreise zusammenarbeiten. Das sagte der russische Energieminister Igor Jusufow am Montag vor Journalisten in Kuwait. Der Minister bezifferte die Angebotslücke auf dem Weltmarkt mit bis zu 1,5 Millionen Barrel am Tag. (APA)