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Foto: dpa/Gerten

Wien - Der AUA-Vorstand beharrt auf der Einführung einer zweiten (kostengünstigeren) Gehaltstabelle für neu eintretende Piloten. Bei einer Betriebsversammlung gaben am Freitag 700 Bord-Mitarbeiter dem Betriebsrat das O.K., Maßnahmen gegen eine "Unterwanderung" zu ergreifen. Dass die AUA-Piloten in den nächsten Monaten streiken, ist nicht sehr wahrscheinlich.

AUA-Finanzvorstand Thomas Kleibl versicherte im Gespräch mit dem STANDARD jedenfalls, auch dafür bereits vorgesorgt zu haben. "Die Produktion könnte abgedeckt werden." Ohne Gegenmaßnahmen würde ein Streiktag der AUA rund eine Million Euro kosten", so Kleibl.

Zweite Gehaltstabelle

Die zweite Gehaltstabelle ist für die AUA-Führung jedenfalls "eine wesentliche Voraussetzung, um den Flugbetrieb konkurrenzfähig zu halten". Zudem gebe es diese bereits beim Bodenpersonal und den Flugbegleitern. Angesichts der hohen Gehälter der AUA-Piloten (sie verdienen rund doppelt so viel wie die Kollegen bei der Lauda Air und Tyrolean) sei außerdem genügend Spielraum für eine zweite Gehaltstabelle vorhanden, sagte Kleibl.

Der Finanzvorstand betonte, dass er jederzeit bereit sei, die vom Betriebsrat geforderte und von der AUA-Führung gewollte Geschäftsaufteilung (AUA fliegt Linie, Lauda Air Charter und Tyrolean die Regionalstrecken) rechtlich abzusichern. Bloß nicht in einem vom Betriebsrat gewünschten Mantel-Kollektivvertrag (KV). Denn das wäre die Vorstufe zu einem Konzern-KV, der sich unweigerlich an den hohen AUA-Gehältern orientieren würde.

Marketing-Vorstand Josef Burger sieht darin "den Beginn einer Kostenspirale mit Sog nach oben, der uns im internationalen Wettbewerb mit Sicherheit aus der Bahn wirft". Auch Kleibl betont: Die billigeren Gehälter bei Lauda und Tyrolean seien die Voraussetzung für ein positives Ergebnis.

Airest

Noch im ersten Quartal erwartet Kleibl die Unterzeichnung einer Absichtserklärung, in der die Übernahme der Airest durch Do&Co fixiert wird. Kleibl: "Wir wollen das, es ist eine große Bereitschaft da." Derzeit seien noch ein paar Punkte offen, die jedoch nicht an der AUA lägen. (cr, Der Standard, Printausgabe, 04.12.2002)