Wien/Graz - Ein Jahr nach Einführung des Euro ist das Gefühl für die neue Währung noch immer nicht da. Eine Folge davon ist, dass sich mehr Menschen verschulden. Nach Erhebungen des ORF sind Schuldnerberatungen gefragt wie nie.

"Es liegt auf der Hand, dass für die Leute, die sich mit dem Schilling schwer getan haben, der Euro eine zusätzliche Gefahr darstellt. Wir merken das bei der Höhe der Gehaltskontoüberziehungen und beim Bezug, den die Menschen dazu haben, sagte der Chef der Schuldnerberatung Graz, Christoph Lösch. Es gebe Fälle, bei denen das Minus am Gehaltskonto 50.000 Euro ausmache.

40 Prozent der Steirer rechneten bei Besorgungen des täglichen Lebens in Euro, würden sich aber vielfach verrechnen und schlitterten so in die Schuldenfalle. Nur bei großen Investitionen wie etwa beim Kauf eines Autos werde bewusst umgerechnet, sagte Lösch. (red, Der Standard, Printausgabe, 04.12.2002)