Wien - Bei den Wiener Stadtwerken gibt es seit Sommer zwei Klassen von Beschäftigten. Während der Löwenanteil der 15.000 Mitarbeiter, die Altverträge haben, finanziell besser gestellt ist, verdienen Neueinsteiger gemäß dem seit Juli geltenden Stadtwerke-Kollektivvertrag um 13 Prozent weniger. Bis jetzt habe man dadurch entstehende internen Probleme bewältigen können, freut sich Stadtwerke-Chef Günther Grois. "Die alten und neuen Mitarbeiter marschieren im Gleichklang."

Bis jetzt seien erst 400 Mitarbeiter mit Neuverträgen ins Unternehmen eingetreten. Das Verhältnis zwischen den beiden Mitarbeiterkategorien wird sich laut Grois aber in den fünf nächsten Jahren markant verändern. "Derzeit sind rund 20 Prozent der Mitarbeiter im Konzern zwischen 50 und 60 Jahren, die wir über den natürlichen Abgange verlieren werden."

In den abgelaufenen drei Jahren seien 1300 Stellen abgebaut worden, alleine 2002 sei die Beschäftigtenzahl um 900 gesunken. Der Löwenanteil der Nachbesetzungen sei bei den Wiener Linien erfolgt, sagte der seit Jahresbeginn amtierende Stadtwerke-Vor-standsvorsitzende am Freitag vor Journalisten. Grois ist in der Holding auch für den Verkehrsbereich zuständig. Die Wiener Linien sind mit 8300 Mitarbeitern personell der größte Bereich, die Wien Energie (Strom, Gas, Fernwärme) kommt auf gut 5800.
Schlechte Nachrichten für Wiens Gaskunden hat Wien-Energie-Geschäftsführer und Wiener-Stadtwerke-Holding-Vorstand Michael Obentraut: Ziehen die Ölpreise weiter an, steht eine Tariferhöhung bei Gas ins Haus. Die jetzt verrechneten Preise basierten auf einem Rohölpreis von 24 Dollar je Fass (159 Liter), derzeit koste Öl aber über 31 Dollar.

Elektronischer Lostag

Die EU-Kommission entscheidet weiters am 4. Februar über die Genehmigung der österreichischen Stromlösung, der Kooperation zwischen Verbund und EnergieAllianz (EVN, Wiener Stadtwerke, Energie AG Oberösterreich, Linz AG und Bewag). Die Vorbereitungen laufen bereits intensiv, sagte Obentraut. Operativ starten könnte die rot-weiß-rote Lösung im zweiten Quartal 2003, wegen der intensiven Planung sei dies binnen Tagen möglich. Obentraut hofft auf möglichst wenig Auflagen der EU. (rose)