Graz - Am Freitag, eine Woche vor der Eröffnung der Kulturhauptstadt, griff der Künstler Jörg Schlick den Graz-2003-Intendanten Wolfgang Lorenz in einem Massenmail frontal an: Er wolle mit "diesem vulgären Flaps, der seine Inkompetenz hinter unappetitlichen Aggressionen" verstecke und "Blut fließen" lasse, um "sein schlampig gedachtes Programm interessant zu machen", nichts zu tun haben.

Schlick bezieht sich auf ein Format-Interview, in dem Lorenz erklärt, dass die Realisierung von Vito Acconcis Murinsel "praktisch Krieg" gewesen sei. Zudem sagte der Intendant: "Sehr wichtig war, den Platzhirschen die Stadt wegzunehmen. Das war ein ziemlicher Schnitt, aus dem noch täglich Blut fließt und weiterhin fließen wird."

Für die Schau Concrete Art hatte Schlick, Mitgestalter des "alten" Forum Stadtpark und zusammen mit Wolfgang Bauer, Alfred Kolleritsch etc. einer der "Platzhirsche", eine Betonskulptur entwickelt. Sie wurde aber nicht realisiert. Eine Skizze ist im ALBUM auf Seite 2 - im Zusammenhang mit einer Chronologie über die Geschichte der Kulturhauptstadt Graz - abgebildet.

Lorenz hingegen will den Groll nicht verstehen können. Gerade er sei es gewesen, der den Künstler in das Projekt hineinmoniert hätte. (trenk)