Honolulu - Amerikanische Forscher haben in einem 300 Meter tiefen Bohrloch im Basaltgestein am Meeresboden Leben entdeckt. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin "Science" in seiner jüngsten Ausgabe. Die Forscher fanden winzige bis zu sechs Kilometer lange Kanäle, die sie als Gänge von Einzellern deuteten.

Das Forschungsteam von James Cowan von der Universität von Hawaii in Honolulu hat in einem Bohrloch am pazifischen Juan de Fuca-Rücken in 250 Metern Tiefe im Sediment des 3,5 Mio. Jahre alten Basaltbodens Spuren von Mineralien und organischen Lebewesen gefunden. Die Mikroben, die 50 Meter tief im Inneren des Basalts leben, weisen ähnliche Fähigkeiten auf wie andere bisher gefundene extromophile Lebewesen. Sie reduzieren Stickstoff- und Schwefelverbindungen, um auf diese Weise Energie für den Stoffwechsel zu bekommen. Die gefundenen Gensequenzen weisen daraufhin, dass es sich bei den Lebewesen um Bakterien und Archaea handelt.

Die Wissenschaftler räumen aber ein, dass die Entdeckung der neuen Lebewesen nicht ganz eindeutig geklärt ist. Da die Bohrer nicht direkt Flüssigkeiten aus dem Bohrloch entnehmen können und die Bohrgestänge nicht ganz sauber arbeiten, könnten die Ergebnisse verfälscht sein. Es sei nicht völlig auszuschließen, dass die gefundenen Organismen daher nicht direkt aus dem Bohrloch stammen. (pte)