Mailand - Der Plan zur Abtrennung der mit hohen Verlusten arbeitenden Autotochter des italienischen Industriekonzerns Fiat nimmt nach Berichten italienischer Zeitungen offenbar Gestalt an. Die Wirtschaftszeitung "Il Sole" berichtete in ihrer Samstag-Ausgabe, die Fiat-Finanzberater Merrill Lynch und Goldman Sachs hätten wegen einer möglichen Abtrennung der Autosparte vom Fiat-Konzern Kontakt mit dem US-Autokonzern General Motors (GM) aufgenommen. GM ist mit 20 Prozent an Fiat-Auto beteiligt und hat eine Option zum Erwerb der restlichen 80 Prozent der Anteile ab 2004.

Den Zeitungsberichten zufolge arbeitet die Investmentbank Lazard, die zugleich Joint-Venture-Partner der größten Fiat-Gläubigerbank Banca Intesa ist, an einem Plan zur Abspaltung der Autosparte. Unterdessen sei aber die Finanzierung einer selbstständigen Fiat-Autosparte noch ebenso wenig geklärt, wie die Haltung von GM zu einer Abtrennung.

Abspaltung der Autosparte

Aus Kreisen in Mailand erfuhr Reuters, dass die Fiat-Gläubigerbanken bei einem Treffen am Freitag über eine Abspaltung der Autosparte vom Fiat-Konzern beraten haben. Fiat hat bislang Pläne für eine Abtrennung der Autosparte dementiert und stattdessen auf den im vergangenen Jahr mit den Gläubigerbanken vereinbarten Sanierungsplan verwiesen. In dem Unternehmen nahe stehenden Kreisen hieß es jedoch am Freitag, die Möglichkeit werde nicht ausgeschlossen.

Fiat-Auto hat das Jahr 2002 voraussichtlich mit einem operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro abgeschlossen.(APA/Reuters)