Brazzaville - Rebellen haben im Süden von Kongo-Brazzaville mehrere Dörfer überfallen und dabei 15 Menschen getötet, wie die Streitkräfte am Wochenende mitteilten. Die Angreifer, die sich selbst in Anlehnung an japanische Krieger Ninjas nennen, hätten Häuser angezündet und die Bewohner ausgeraubt. Es habe viele Verletzte gegeben.

Die Überfälle ereigneten sich bereits am Freitag im Grenzgebiet zwischen den Regionen Pool und Bouenza, wie die Behörden erklärten. Die Einwohner flohen in die Stadt Loutete, 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Brazzaville. Etwa 150 Dorfbewohner forderten von den Behörden in Loutete Waffen, um gegen die Rebellen zu kämpfen.

Vor Luftangriffen im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben einer französischen Hilfsorganisation mehr als 35.000 Menschen geflohen. Die Bewohner hätten sich nach den Angriffen an der Grenze zwischen den umkämpften Regionen Nord-Kivu und Ituri zu Silvester in die Stadt Beni geflüchtet, erklärte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" (Medecins sans Frontieres, MSF) am Samstag. Insgesamt 155.000 Menschen seien in der Region auf der Flucht vor heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und verschiedenen Rebellengruppen. Das Kampfgebiet selbst sei kaum zugänglich.

Obwohl die Konfliktparteien erst Mitte Dezember unter großer internationaler Beachtung ein Friedensabkommen schlossen, dauern die Kämpfe im Kongo unvermindert an. In dem an Bodenschätzen reichen zentralafrikanischen Land stehen sich neben Rebellen und Milizen auch Truppen aus den Nachbarländern gegenüber. Der seit vier Jahren dauernde Bürgerkrieg ist laut UNO mit rund 2,5 Millionen Toten die schlimmste kriegerische Auseinandersetzung der Gegenwart. (APA)