Port of Spain - Venezuela erhält aus Trinidad und Tobago Benzin. Die karibische Nachrichtenagentur CMC zitierte am Samstag Premierminister Patrick Manning mit den Worten, die Lieferung von 300.000 Barrel (1 Barrel sind 159 Liter) an das von einem Generalstreik betroffene Nachbarland sei nicht als Versuch zu verstehen, den dortigen Präsidenten Hugo Chavez zu stützen. Vielmehr komme die heimische Erdölgesellschaft Petrotrin einer Liefervereinbarung mit der venezolanischen PDVSA nach.

Der Zwei-Insel-Staat Trinidad und Tobago, der dicht vor der Ostküste Venezuelas liegt, verfügt selbst über größere Erdgas- und Erdölvorkommen. Allerdings sind die Raffinerien in Trinidad auf Importe leichter Erdölsorten aus Venezuela angewiesen. Allgemein drohen in der Karibik wegen der politischen Krise in Venezuela Engpässe bei der Energieversorgung, da viele Länder bisher Erdöl aus Venezuela bezogen. Die Opposition in Venezuela versucht seit Anfang Dezember, Chavez mit einem Generalstreik zum Rücktritt zu zwingen.

Notstandspläne auf Kuba

In Kuba, dem engsten politischen Verbündeten Venezuelas in der Karibik, hat die kommunistische Regierung nach eigenen Angaben bereits Notstandspläne ausgearbeitet, deren Details sie aber bisher nicht bekannt gab. Kuba deckte in den vergangenen Jahren ein Drittel seines Erdölbedarfes von jährlich neun Millionen Tonnen mit Importen aus Venezuela, für die bisher Vorzugspreise berechnet wurden. Die Tankstellen in Kuba arbeiten aber noch normal.

In Haiti, dem ärmsten Land des amerikanischen Kontinentes, hat die Regierung zu Neujahr die Preise für Benzin und Kerosin drastisch erhöht. Sie reagierte damit auf die gestiegenen Weltmarktpreise und auf den Zwang, bisherige Subventionen zu streichen. (APA/dpa)