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Palmen ohne Blätter

Foto: APA/AFP/Torsten Blackwood

Sydney - Erleichterung in der Südsee: Die Bewohner der Salomoneninseln haben den verheerenden Wirbelsturm "Zoe" anscheinend alle überlebt - die Schäden auf den Pazifikinseln sind jedoch gewaltig. Nach Angaben australischer Medien sind alle 1.300 Bewohner von Tikopia wohlauf. Am Sonntag traf ein Schiff mit medizinischer Hilfe und Versorgungsgütern auf der Insel ein.

Die Besatzung eines französischen Marinehubschraubers war zuvor auf der Insel Mota Lava gelandet und hat ebenfalls alle Bewohner unversehrt vorgefunden. Auch auf der dritten Insel Anuta haben sich die Bewohner wahrscheinlich in Höhlen retten können.

Bankrotte Regierung als Problem

Das Versorgungsschiff soll nach dem Ausladen der Hilfsgüter auf Tikopia später am Sonntag Kurs auf die Nachbarinsel Anuta nehmen, sagte Alan March von der australischen Hilfsorganisation AusAID. Ein zweites Schiff, die von Neuseeland und Australien finanzierte "Isabella", wurde für Montag erwartet.

Beide Länder wiesen Kritik an der angeblich schleppenden Hilfe zurück: Das Auslaufen der Schiffe aus dem Hafen von Honiara, der Hauptstadt der Salomonen, habe so lange gedauert, weil Polizisten Bestechungsgelder verlangt hätten. Die Regierung der Salomonen ist bankrott und kaum handlungsfähig.

Aufatmen

Die Besatzung eines französischen Marinehubschraubers sei auf der zum Inselstaat Vanuatu gehörenden Insel Mota Lava, auf der bis zu 1.000 Menschen leben, gelandet und habe alle Bewohner unversehrt vorgefunden, berichtete ein Militärsprecher am Samstag im australischen Rundfunk.

Zuvor hatte der Kameramann und Fotograf Geoff Mackley von der 200 Kilometer nordöstlich liegenden Insel Tikopia ähnliches berichtet, der am Freitag mit einem gecharterten Hubschrauber auf Tikopia gelandet war. "Ich hatte mich innerlich auf Leichenberge eingestellt, aber es liefen uns Hunderte von Menschen freudig entgegen", sagte der Neuseeländer.

Zyklonerfahrung rettete Leben

Das Wissen um die immer wieder aufziehenden Zyklone habe den Menschen das Leben gerettet. Wie ihre Vorfahren schon hätten sie auch jetzt wieder den Schutz der ihnen bekannten Erdhöhlen gesucht. Allerdings stehe ihnen noch eine schwere Zeit bevor, da die gesamte Ernte und fast sämtliche Hütten zerstört seien, berichtete Mackley, der mitgebrachte Vorräte an die Insulaner verteilte. Den Menschen fehle es vor allem an Trinkwasser und Salz. Nach Aussage eines Inselbewohners ernähren sie sich momentan vor allem von Kokosnüssen.

Vor etwa 50 Jahren seien nach einem solchen Zyklon mehr als 200 Inselbewohner verhungert, berichtete der australische Sender ABC. Im Jahr 1992 sei eine ähnliche Katastrophe nach dem Zyklon "Tia" gerade noch mit privat finanzierter Hilfe abgewendet worden. Der Wirbelsturm "Zoe" war vor einer Woche mit Windgeschwindigkeiten von mehr 300 Stundenkilometern über die Inseln hinweggefegt. (APA/dpa)