Gaza/Jerusalem - Wenige Wochen vor der israelischen Parlamentswahl am 28. Jänner wird der zukünftige Status des Gaza-Streifens zum Thema von Gerüchten und Polemiken.

Die Palästinensische Autonomiebehörde hat israelische Berichte bestritten, wonach radikale Palästinensergruppen Pläne zum Bau von Kurzstreckenraketen haben, mit denen sie vom Gazastreifen aus israelische Städte treffen könnten. Der Chef des palästinensischen Sicherheitsdienstes in Gaza, Rashid Abu Shabak, sagte am Sonntag, er fürchte, dass Israel solche "Gerüchte" dazu benutzen wolle, "in der Zukunft einen groß angelegten Angriff und eine Invasion des Gazastreifens zu beginnen". Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon hat erstmals die Nahost-Friedenspläne der oppositionellen Arbeiterpartei scharf angegriffen. Die Vorstellungen von Oppositionsführer Amram Mitzna, der Israels Armee innerhalb eines Jahres aus dem Gazastreifen zurückziehen will, nannte er "unverantwortlich und gefährlich". Es war der erste öffentliche Angriff Sharons gegen die Arbeiterpartei zu Beginn der "heißen Phase" des Wahlkampfs.

Scharf attackierte der rechtsgerichtete Premier bei der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem am Sonntag auch seinen Amtsvorgänger Ehud Barak, dem er vorwarf, zur Teilung Jerusalems bereit gewesen zu sein. Barak wiederum hatte Sharons Likud vorgeworfen, sich in den vergangenen zwei Jahren durch ihre harte Haltung gegenüber den Palästinensern zu "Kollaborateuren des Terrors" gemacht zu haben.

Nach jüngsten Umfragen liegt Sharons Likud deutlich vor der Arbeiterpartei. Sharon erklärte, er wolle sich an den Plan von US-Präsident George W. Bush halten, der die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates innerhalb von drei Jahren vorgeschlagen hat. (APA/dpa)