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Nach palästinensischen Angaben zerstörte die israelische Armee allein in der vergangenen Woche im Gebiet von Rafah mehr als 30 Häuser

Foto: REUTERS/Ahmed Jadallah

Jerusalem - Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz hat die zunehmende Zerstörung palästinensischer Häuser zur Bestrafung und Abschreckung palästinensischer Extremisten gegen offene Kritik der US-Regierung verteidigt. Mofaz sagte am Sonntag in Jerusalem, die international scharf kritisierten Hausabrisse hätten einen "akkumulierenden Abschreckungseffekt". Seit der Wiederbesetzung des Westjordanlandes Ende März 2002 hat die Armee mindestens 90 Häuser von palästinensischen Familien zerstört, deren Söhne nach israelischen Angaben an Anschlägen auf Israelis beteiligt waren. Nach palästinensischen Angaben liegt diese Zahl weit höher.

Mofaz sagte am Sonntag vor dem Kabinett, seit Israel mit der Zerstörung von Häusern begonnen habe, hätten sich 28 "Terroristen" freiwillig gestellt, um ihre Familien vor dieser Strafmaßnahme zu bewahren.

Am Sonntag drohte die Armee der Familie eines von Israel gesuchten Extremisten der Hamas-Organisation in Ramallah (Westjordanland) mit dem Abriss ihres Hauses, falls sich der vor mehr als einem Jahr untergetauchte "Terrorist" Tarik Ahmed Issa nicht innerhalb von drei Tagen stelle. Am Samstag hatten israelische Räumfahrzeuge wieder zwei Häuser im Flüchtlingslager von Rafah im südlichen Gaza-Streifen abgerissen.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums hatte sich angesichts der ursprünglich von der britischen Mandatsmacht eingeführten Vergeltungsmaßnahmen "besorgt" geäußert. Israel habe zwar ein Recht, sich zu verteidigen. Die Zerstörung und die daraus folgende Vertreibung hunderter Familien aus ihren Häusern würden jedoch nur das "Vertrauen zwischen beiden Seiten beschädigen". Nach palästinensischen Angaben hatte Israel allein in der vergangenen Woche im Gebiet von Rafah mehr als 30 Häuser zerstört. (APA/dpa)