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Die nächtens ins Meer strömende Lava des Stromboli

Foto: APA/ANSA/Francesco Cufari

Rom - Experten erwägen kontrollierte Sprengungen am italienischen Vulkan Stromboli. Damit wollen sie nach Medienberichten vom Sonntag der Gefahr weiterer großer Erdrutsche und Felsstürze an den Hängen zuvorkommen.

Kontrollierte Geröllabgänge

"Der Zivilschutz wird darüber entscheiden müssen", sagte der Vulkanologe Franco Barberi der Tageszeitung "La Repubblica" vom Sonntag. "Oberflächliche Sprengungen wären kein Problem", fügte er hinzu. Auswirkungen auf den vor einer Woche begonnenen Ausbruch des Inselvulkans nordöstlich von Sizilien seien auszuschließen. Die Sprengungen würden kontrollierte Geröllabgänge auslösen und so die Lage am Stromboli entschärfen, sagte der Experte.

Am vergangenen Montag hatten sich nach einer Explosion im Hauptkrater des 900 Meter hohen Vulkans mehrere Millionen Kubikmeter Lavagestein vom Berg gelöst und waren ins Meer gestürzt. Dies hatte hohe Wellen ausgelöst, die die Stromboli-Ortschaft Ginostra schwer beschädigten und auch die angrenzenden Inseln sowie die nordsizilianische Küste erreichten. Seitdem hatte es eine Vielzahl weiterer, jedoch bedeutend kleinerer Erdrutsche gegeben.

Tsunami-Ängste

Der Zivilschutz hat für den Fall eines neuen riesigen Felssturzes und möglicher nachfolgender Flutwellen die Bevölkerung in der Region vorgewarnt. Im Alarmfall sollten sie sich zumindest 50 Meter von der Küste entfernen, hieß es. Diese Empfehlung ist Medienberichten zufolge auf den liparischen Inseln und auch an der Nordküste Kalabriens von vielen Menschen bereits als Alarm interpretiert worden und hat Panik ausgelöst.

Dazu kommt, dass Unwetter derzeit Süditalien zu schaffen machen. Die Schiffsverbindungen mit den liparischen Inseln, zu denen der Inselvulkan Stromboli gehört, mussten am Sonntag wegen der hohen Wellen und des starken Windes unterbrochen werden. Auch die Insel Pantelleria, zwischen Sizilien und Tunesien, ist wegen des schlechten Wetters isoliert. (APA/dpa)