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Foto: APA/Fesl

Washington - Vier von zehn Nonnen in den USA sind einer Studie zufolge schon einmal sexuell missbraucht worden - oft von einem Priester oder einer anderen Nonne. Insgesamt 34.000 Ordensfrauen seien davon möglicherweise betroffen, berichtete die Tageszeitung "St. Louis Post-Dispatch" am Sonntag. Eine entsprechende Studie der Universität St. Louis im US-Bundesstaat Missouri werde seit 1996 unter Verschluss gehalten, weil die katholische Kirche einen Skandal befürchte.

Viele der Nonnen seien "Opfer der Strukturen in derselben Institution, der sie ihr Leben gewidmet haben", zitierte die Zeitung den Psychologen John Chibnall, der für die Studie insgesamt 1.164 Nonnen aus 123 US-Ordensgemeinschaften befragt hatte.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Die AutorInnen der Studie gehen von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele der Befragten aus Scham und Furcht vor einer Entdeckung möglicherweise nicht offen geantwortet hätten. Häufige Folgen des Missbrauchs seien Depressionen, Angst- und Wutzustände sowie Selbstmordgedanken.

Die von Nonnenorden mitfinanzierte 15-seitige Studie ist demnach die einzige US-weite wissenschaftliche Erhebung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche. Nach Enthüllungen über jahrelangen Kindesmissbrauch durch Priester in den USA war die Kirche dort verstärkt in die Kritik geraten. (APA)