Spanien will im Jahr 2004 flächendeckend den neuen Multimedia-Mobilfunk UMTS anbieten. Darauf habe sich Spaniens Technologieminister Josep Pique mit den vier UMTS-Lizenzinhabern Telefonica Moviles, Vodafone, Amena und Xfera geeinigt, hieß es in spanischen Medien. Damit wäre das Mittelmeerland eines der ersten Länder Europa, welches die Technologie der dritten Mobilfunkgeneration im ganzen Staatsgebiet anbietet.

Österreich

In Österreich und Deutschland müssen die UMTS-Lizenzinhaber bis 2005 erst 50 Prozent der Bevölkerung versorgen. In Großbritannien ist bis 2007 die 80-prozentige Versorgung geplant. Frankreich will diesen Versorgungsstand erst für das Jahr 2009 sicherstellen.

Ob die Spanier bis 2004 wirklich flächendeckend die UMTS-Angebote in den Dienst der Handykunden stellen können, hängt unterdessen nicht nur von der Zahl der Kunden ab, sondern auch von hohen Investitionen. Auch die spanischen Mobilfunkanbieter befinden sich in einer Krise. Die spanische Telefonica hat ihre internationalen UMTS-Pläne - unter anderem auch in Österreich - erst im Vorjahr auf Eis gelegt. Auch in Spanien selbst nahmen die Investitionen ins UMTS-Netz zuletzt kontinuierlich ab.

Unterstützung

Damit die vier Mobilfunkanbieter in der aktuellen Konjunkturflaute bis 2004 mit dem kompletten Ausbau des Netzes fertig werden können, greift die spanische Regierung ihnen nun unter die Arme. Technologieminister Pique kündigte an, die Selbstverpflichtung der Unternehmen, bis Ende dieses Jahres 1,46 Milliarden Euro zu investieren, mit einer Flexibilisierung der hohen Bürgschaften zu belohnen. Im März 2000 mussten Telefonica Moviles 1,1 Milliarden Euro, Vodafone 1,38 Milliarden Euro, Amena 1,9 Milliarden Euro und Xfera 3 Milliarden Euro als Garantien für spätere Investitionen hinterlegen. Jetzt können die Mobilfunkanbieter diese Bürgschaften proportional zur investierten Geldmenge auf etwa ein Sechstel der Ursprungssumme reduzieren.

An der festgelegten Investitionsgesamtsumme von 16,3 Milliarden Euro will die spanische Regierung allerdings nicht rütteln. Dafür sollen die künftigen UMTS-Betreiber einen Teil ihrer Frequenzen verkaufen oder vermieten können, um mit den hieraus gewonnenen Mitteln neue Investitionen in die UMTS-Technologie stecken zu können. (APA)