Brüssel - Nach der Kollision des Tankers "Vicky" mit dem Wrack des gesunkenen Frachters "Tricolor" im Ärmelkanal bleiben die belgische und die nordfranzösische Küste offenbar von einer Ölpest verschont. Kleinere Mengen des aus dem Tanker auslaufenden Diesels treiben nach Angaben der belgischen Behörden vom Montag zwar auf die Küsten zu. Mit einer größeren Verschmutzung werde aber nicht gerechnet, teilte die Behörde für Meeressicherheit mit.

Die Einsatzkräfte begannen damit, Diesel aus den beschädigten Kammern des 243 Meter langen Tankers zu pumpen, um das Schiff wieder aufzurichten. Dabei seien einige Lecks entstanden, sagte Sigrid Maebe von der belgischen Behörde. Binnen der nächsten zwei Wochen könnten Teile des Öls an die belgische und nordfranzösische Küste gespült werden. "Wir erwarten aber, dass die Umweltverschmutzung gering bleiben wird", sagte Maebe.

70.000 Tonnen Diesel

Die Ladung der "Vicky" besteht aus 70.000 Tonnen Diesel. Teile davon sollen abgepumpt werden, um das Schiff zu stabilisieren. Sobald der Tanker wieder gerade im Wasser liegt, soll er nach Dünkirchen oder Rotterdam geschleppt werden. Die Behörden rechnen damit, dass das Manöver Ende der Woche beginnen kann.

Die in der Türkei registrierte "Vicky" war aus bisher ungeklärter Ursache am 1. Jänner mit dem Wrack der "Tricolor" kollidiert. Die "Tricolor" war mit fast 2.900 Autos an Bord am 15. Dezember nach einem Zusammenstoß mit einem Containerschiff gesunken. Das Wrack ist mit Leuchtbojen gesichert, zudem wird die Schifffahrt regelmäßig über Funk gewarnt. (APA/AP)