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Wegen verfänglicher E-Mails in der Bredouille: Henry Blodget.

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New York - Die US-Wertpapier-Aufsichtsbehörde hat den früheren Wall-Street-Star und Internet-Aktienanalysten Henry Blodget darüber informiert, dass er wahrscheinlich wegen Betrugs und anderer Verstöße gegen die Wertpapiervorschriften angeklagt wird. Dies hat die "New York Times" berichtet. Blodget habe die Nachricht einer möglichen NASD-Aktion in den Schlusswochen des Jahres 2002 erhalten. Die NASD ist die von der Wertpapierbranche selbst verwaltete Aufsichtsbehörde.

Verfängliche E-Mails

Die von den Ordnungshütern als fragwürdig identifizierten Aktivitäten beziehen sich nach Angaben der Zeitung auf die öffentliche Unterstützung von Firmen durch Blodget, die er in E-Mail-Nachrichten an Mitarbeiter bei Merrill Lynch heruntergemacht hatte. Blodgets Berichte sollen auch durch Merrill-Lynch-Investmentbanker unangemessen beeinflusst worden sein.

Vergleich möglich

Blodget hat vom Zeitpunkt der NASD-Notiz zwei Wochen Zeit, die Ordnungshüter davon zu überzeugen, dass eine Klage grundlos ist. Falls er dies nicht kann, werde ihn die NASD verklagen, berichtete die Zeitung. Er könne auch einen Vergleich erreichen. Blodget war einer der berühmtesten und höchstbezahlten Analysten während der Wall-Street-Hausse. Er verdiente jährliche mehrere Millionen Dollar.

Merrill Lynch hatte sich im vergangenen Jahr mit den Ordnungshütern von New York für 100 Millionen Dollar verglichen. Zehn große Investmentbanken hatten sich am 20. Dezember in einem Vergleich von insgesamt 1,4 Milliarden Dollar geeinigt. Es ging um zu optimistische Analystenberichte während der Hausse und Interessenkonflikte zwischen den Investmentbankern und Analysten. (APA/dpa)