Klagenfurt - Die Räumlichkeiten der Kärntner Landesgalerie in der Klagenfurter Burg, die seit geraumer Zeit renoviert, umgebaut und modernisiert werden, sollen künftig ein Museum moderner Kunst beherbergen. Dies erklärte Erika Napetschnig, die interimistische Leiterin der Kulturabteilung des Landes Kärnten, in einer Aussendung. Sie reagierte damit auf Vorwürfe, die von den Sozialdemokraten erhoben worden waren.

Laut Nicole Cernic, Kultursprecherin der Kärntner SP, hätte Landeshauptmann Jörg Haider die von Arnulf Rohsmann geleitete Landesgalerie per Dienstanweisung "überfallsartig" aus ihren Räumen verwiesen und ihre Aufgabenbereiche eingeschränkt: "Der Kulturreferent plant, das Kerngeschäft, also die Galerietätigkeit, zu eliminieren und die Kompetenz der Landesgalerie auf die Aktualisierung des Depotbestandes und die Erstellung eines jährlichen Kataloges zu reduzieren."

"Besonders bedenklich" würde Cernic eine Passage in der Dienstordnung stimmen, die sich auf die Veräußerung von Sammlungsgegenständen beziehe. Ein Verkauf war bisher nur mit Zustimmung der Regierung möglich, nunmehr reiche offensichtlich die Zustimmung des Kulturreferenten aus. Es sei zu befürchten, dass die Veräußerung von Kulturgütern kein Tabuthema mehr sei - "und man so Budgetlöcher stopfen" wolle.

Napetschnig, Haiders ehemalige Büromitarbeiterin und Wunschkandidatin für die Leitung der Kulturabteilung, konterte, dass weder von einer Veräußerung von Kulturgütern noch von einer "Delogierung der Landesgalerie" die Rede sein könne und sprach von "Panikmache". Die Dienstanweisung besage lediglich, dass die Landesgalerie mit neuen Aufgaben betraut werde. Es handle sich dabei natürlich auch nicht um eine "überfallsartige" Aktion, sondern um eine Konsequenz der Neuorganisation der Kulturabteilung selbst. Der Umbau beziehungsweise die Erweiterung der Räumlichkeiten in der Burg bringe die Notwendigkeit einer Neuausrichtung mit sich. Erklärtes Ziel sei es, die Landesgalerie als Museum moderner Kunst zu führen. Die Eröffnung der Räumlichkeiten werde planmäßig in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

Zudem werde sich die Landesgalerie künftig um den Aufbau einer Artothek kümmern. Dies bedeute, dass sämtliche Kunstwerke, die sich im Besitz des Landes befinden, sichergestellt, inventarisiert und fachgerecht bearbeitet würden. Spekulationen über eine Veräußerung von Kulturgütern seien völlig unbegründet. Die Kunstwerke würden sich nach wie vor im Landeseigentum befinden.

Ob Rohsmann daher künftig auch Leiter des Museums moderner Kunst sein werde, war am Wochenende nicht in Erfahrung zu bringen. Der Direktor selbst gestattete sich nur einen knappen Kommentar: Er habe Sprechverbot. (trenk/DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2003)