Der deutsche Privatsender Sat.1 will auch weiterhin die Matches der deutschen Fußball-Bundesliga übertragen. "Wir halten die Rechte und haben Interesse, dass das so bleibt", sagte Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, in einem Interview des Nachrichtenmagazins Focus.

Rohner sieht allerdings Bundesliga-Zusammenfassungen nicht mehr so attraktiv wie früher. "Vor vier, fünf Jahren waren die Quoten viel höher." Der Grund dafür sei, dass es mit der Champions League, dem UEFA-Cup und den vielen Bundesliga-Livespielen im Pay-TV viel mehr Fußball im Fernsehen gebe als früher: "Möglicherweise zu viel."

Absage

Einem "Splittingmodell", nach dem Sat.1 ab Sommer dieses Jahres zwischen 18 und 19.15 Uhr nur über fünf Begegnungen eines Spieltags berichten und dann an die Kollegen der ARD-Sportschau übergeben würde, erteilte Rohner eine deutliche Absage: "Das kommt für uns nicht infrage."

Sat.1 zahlt bisher 80 Millionen Euro pro Saison für die Fernsehübertragungsrechte. Auf die Frage, ob der Heinrich-Bauer-Verlag als designierter Sat.1-Gesellschafter 30 Millionen Euro Verlust pro Saison dulden würde, sagte Rohner: "Die Zahl kommentiere ich nicht, aber natürlich muss man sich entscheiden, ob man Fußball als strategisches Investment sehen will oder nicht."

Zu Erklärungen der ARD, sich nicht um die Bundesliga-Rechte bemühen zu wollen, sagte Rohner: "Ich bin mir nicht so sicher, ob wir der einzige Interessent bleiben." Bei der letzten Verhandlungsrunde habe man dort erst sehr spät ein Angebot abgegeben. (AP/DER STANDARD, Printausgabe vom 7.1.2003)