Der Supercomputer, den IBM derzeit für das amerikanische Energieministerium baut, dürfte sich nach Meinung einiger Wissenschafter erstmals der Denkleistung des menschlichen Gehirns annähern und wird nach Fertigstellung die Liste der 500 Supercomputer anführen.

500 Billionen Rechenschritte pro Sekunde

Der zukünftige Rechner besteht aus zwei einzelnen Computern, die gemeinsam rund 500 Billionen Rechenschritte pro Sekunde bewältigen können. Damit, so IBM, werden die Rechner mehr als eineinhalbmal schneller sein als die komplette Rechenleistung der derzeit 500 größten Supercomputer zusammen.

Die neuen Supercomputer "ASCI Purple" und "Blue Gene/L" sollen für Klimavorhersagen sowie für die Simulation von Atomwaffentests genutz werden und 290 Mio. Dollar (288 Mio. Euro) kosten. Erste Teile sollen heuer in Betrieb gehen; das Jahr darauf die komplette Anlage.

Earth Simulator

Auf der derzeitigen Top-500-Liste der weltweit schnellsten Computer führt der Earth Simulator von NEC, der in Yokohama steht und mit 35 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde bis dato ungeschlagen blieb. Er wird dafür verwendet, Vulkanausbrüche und Erdbeben möglichst vorherzuberechnen.

Der schnellste deutsche Computer belegt Platz 21 und ist im Garchinger Rechenzentrum der Max-Planck-Gesellschaft installiert. Der schnellste Computer der Schweiz wurde kürzlich von IBM in deren Forschungslabor in Rüschlikon in Betrieb genommen. Er belegt weltweit Platz 70 und soll Forschungsarbeiten im Bereich Biochemie und Materialwissenschaften unterstützen.

USA vor Europa und Japan

Die meisten Superrechner sind in den USA installiert, gefolgt von Europa und Japan. Innerhalb der Top 500 hat keiner der Hersteller - vor allem NEC, HP und IBM - einen höheren Anteil als zehn Prozent.(ruz, DER STANDARD Prinatausgabe, 7. Jänner 2003)