Kigali - Die Regierung von Ruanda will im Jänner bis zu 40.000 Häftlinge freilassen, die während des Bürgerkriegs 1994 fast alle an Massakern beteiligt gewesen sein sollen. Das habe Präsident Paul Kagame angeordnet, sagte der ruandische Justizminister Jean de Dieu Mucyo am Montag in Kigali. Die Gefangenen sollten jedoch nicht begnadigt, sondern vielmehr nach ihrer Freilassung vor Gericht gestellt werden. Es sollten all diejenigen freikommen, die sich des Völkermords schuldig bekannt hätten und zum damaligen Zeitpunkt zwischen 14 und 18 Jahre alt gewesen seien. Auch sehr alte oder schwer kranke Gefangene sollten laut de Dieu Mucyo freigelassen werden.

In ruandischen Gefängnissen sitzen derzeit etwa 115.000 Menschen ein, von denen sich 90 Prozent an den organisierten Massakern beteiligt haben sollen. Während des Bürgerkriegs hatten Angehörige der Bevölkerungsgruppe der Hutu nach einem Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen systematisch zwischen 500.000 und 800.000 Menschen getötet - überwiegend Angehörige des Tutsi-Volksstammes. (APA/AFP)