Vigo - Rund 100.000 Menschen sind am Montagabend in der nordspanischen Hafenstadt Vigo aus Protest gegen die von dem Großtanker "Prestige" verursachte Ölpest auf die Straße gegangen. Die Demonstranten warfen der Regierung Versäumnisse im Kampf gegen die Katastrophe vor und forderten den Rücktritt der zuständigen Politiker, wie das Fernsehen berichtete. Zu der Kundgebung hatte die Bürgerinitiative "Nunca mais" (Nie wieder) aufgerufen, die sich angesichts der Umweltkatastrophe an der spanischen Atlantikküste gebildet hatte. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.

Erstmals seit "Prestige"-Unglück Ölklumpen in Portugal

Sieben Wochen nach der Havarie des Großtankers "Prestige" im Atlantik sind erstmals auch an der Küste Portugals Ölklumpen entdeckt worden. Ein Strandabschnitt von vier Kilometern nahe der Hafenstadt Esposende nördlich von Porto sei verschmutzt worden, meldete der Rundfunk am Dienstag. Die Gegend befindet sich knapp 50 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt.

Ob das Öl aber tatsächlich aus dem Unglückstanker stammt, muss nun in Labortests festgestellt werden, teilte die Marine mit. Sollte dies der Fall sein, wäre Portugal das dritte Land nach Spanien und Frankreich, das von der Ölpest heimgesucht wird.

Säuberungsarbeiten

Die Verschmutzung bei Esposende sei aber gering, hieß es. Es handele sich um kleine, etwa zehn Zentimeter große Ölfladen, die relativ einfach entfernt werden könnten. Die Säuberungsarbeiten seien bereits im Gange. Die Küste Nordportugals war trotz der Nähe zu dem Katastrophengebiet in Spanien dank südlicher Winde bisher von der Ölpest verschont geblieben.

Seit dem Untergang der "Prestige" am 19. November sind mindestens weitere 6.000 Tonnen giftigen Schweröls aus den beschädigten Tanks in den Atlantik geströmt, meldete der spanische Rundfunk am Dienstag unter Berufung auf Experten. Rund 30.000 Tonnen waren schon zuvor ins Meer und an die Küsten gelangt. (APA/dpa)