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Foto: APA/ EPA/ Adam Butler

London - Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon hat für Dienstagnachmittag im Unterhaus in London eine Erklärung zur Mobilisierung von Truppen angekündigt. Nach BBC-Informationen wird er die Einberufung von 8000 Reservisten für einen möglichen Irak-Krieg ankündigen. Außerdem solle Mitte Jänner das Kriegsschiff "HMS Ocean" auslaufen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte am Dienstag, dass am Samstag der Flugzeugträger "Ark Royal", das größte Schiff der Royal Navy, in Richtung Golfregion abfahren werde. Bisher sind dort keine britischen Bodentruppen stationiert, dies wird aber für die nächsten Wochen erwartet.

Verteidigungsminister Hoon wird nach Angaben eines Sprechers an diesem Mittwoch in die Türkei fliegen. Der Sprecher dementierte jedoch, dass Hoon die türkische Regierung überreden wolle, die Nutzung ihrer Militärstützpunkte durch britische Truppen zuzulassen.

Blair fürchtet fatale Folgen

Nach einem im Voraus verbreiteten Redetext wird Premierminister Tony Blair an diesem Dienstag in einer Rede bei einer Botschafterkonferenz in London unterstreichen, dass es nach seiner Einschätzung fatale Folgen hätte, den irakischen Präsidenten Saddam Hussein nicht zu entwaffnen. Die Welt werde dann die "Konsequenzen unserer Schwäche bereuen", heißt es in Blairs Redetext. Gleichzeitig betont der Premier noch einmal seine Entschlossenheit, die Irak-Krise im Schulterschluss mit US-Präsident George W. Bush zu bewältigen: "Es ist absolut in unserem nationalen Interesse, der engste Verbündete der USA zu bleiben". Der Irak stelle mit seiner Weigerung abzurüsten eine "direkte Bedrohung" für Großbritannien dar.

Außenminister Jack Straw hatte am Montag im BBC-Radio erklärt, ein Krieg gegen den Irak sei alles andere als eine beschlossene Sache und unwahrscheinlicher, als viele glaubten. Unter Bezugnahme auf Berichte, wonach ein nicht namentlich genannter britischer Minister die Wahrscheinlichkeit als "60:40" gegen einen Krieg eingestuft hätte, sagte er: "Das ist eine ziemlich zutreffende Einschätzung, aber die Situation ändert sich von Tag zu Tag." (APA/dpa/AP)