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Voestalpine-Vorstandschef Franz Struzl

foto: apa/schneider

Wien - Für einen möglichst baldigen Rückzug der Staatsholding ÖIAG von derzeit 34,7 auf 25,1 Prozent bei der voestalpine AG sprach sich deren Vorstandsvorsitzender Franz Struzl in einem Interview mit dem Wochenmagazin "profil" aus. "Diese Sperrminorität, so würde ich mir wünschen, sollte die ÖIAG dann noch drei bis fünf Jahre halten", so Struzl. Die Abgabe der 9,6 Prozent könnte über eine Wandelanleihe erfolgen, eine "gute Alternative" wäre aber deren Verkauf an österreichische Aktionärsgruppen, die jetzt schon an voestalpine beteiligt sind, wie Raiffeisen, Oberbank, Allianz und Bawag, sagte Struzl weiters.

Dass der Sperrminoritäts-Anteil von einem "Österreich-Fonds" gehalten werden sollte, würde Struzl nicht befürworten, "für diese 25,1 Prozent ist unsere erste Präferenz die ÖIAG". Nur wenn die ÖIAG von der kommenden Regierung aufgelöst werden sollte, sollte der Österreich-Fonds bei dem Staatsanteil einspringen, der allerdings derzeit "nicht mehr als ein interessantes Schlagwort" sei.

Als Übernahmekandidaten sieht Struzl die voestalpine nicht mehr, obwohl der nur rund eine Mrd. Euro betragenden Marktkapitalisierung Eigenmittel von 1,8 Mrd. Euro gegenüber stehen. Er sehe nach der Absenkung des Stahlanteils am Konzernumsatz auf derzeit unter 50 und künftig unter 40 Prozent keinen potenziellen strategischen Käufer, zu dem die veränderte voestalpine passen würde, ausgenommen große Finanzinvestoren, sagte Struzl. Wenn ein voestalpine-Aktionär einen Anteil von 25 bis 30 Prozent überschreite, müsste er laut Konzern-Juristen allen anderen Aktionären ein Übernahmeangebot machen. (APA)