Westlich der kleinen Ortschaft Oberbergern im Dunkelsteinerwald liegen versteckt in einem Waldstück die Sieben Gräber, deren Ausgrabung ergab, dass es sich um 18 Bestattungsstätten der einheimischen Bevölkerung handelt, die offensichtlich mit den Bräuchen der römischen Besatzungsmacht nichts zu tun haben wollten.

In diesem Gebiet heißt eine Stelle Beim Toten Mann, eine andere Zur Toten Frau, die Donau fließt am nördlichen Fuß einer Erhebung, die Toter Berg genannt wird. Zur Römerzeit war es üblich, die Verstorbenen am Rande der Straßen zu beerdigen. Daher nimmt man an, dass die Stellen mit den wenig einladenden Bezeichnungen solche alten Routen markieren, obgleich man den Verlauf der antiken Verkehrswege nicht immer exakt ermitteln konnte.

Viel Historisches - und nicht nur aus der Römerzeit - findet man auf Runden durch den Dunkelsteiner Wald. Beim Anstieg zum Toten Berg passiert man das Biri-Tor, Rest einer im 16. und 17. Jahrhundert gegen die Türken errichteten Wehranlage. An der erst um 1620 entstandenen durchgehenden Straße am Südufer der Donau sieht man unterhalb von Rossatzbach das Relikt des Bachtores, das 1645/46 den kaiserlichen Truppen gegen die Schweden als Stützpunkt diente. Und bei der Einmündung des Windischgrabens ins Donautal kann man die Reste einer römischen Fortifikation sehen.

Man lasse sich durch die Namen nicht abschrecken: Der Dunkelsteiner Wald ist ein sehr schönes Wandergebiet. Vor allem vom Pemexel hat man eine traumhafte Sicht zur Donau zwischen Krems und Tulln sowie zum Stift Göttweig. Im Winter, wenn die Bäume unbelaubt sind, erblickt man auch von anderen Stellen den Strom.

Die Route

Von Rossatzbach geht es auf blauer Markierung in den Seegraben, bei der Helenenhütte (Unterstand) wechselt man auf die gelbe, später rote Markierung, um in einer langen Kehre den Toter-Berg-Gipfel zu erreichen. Ab Rossatzbach eine Stunde. Zurück zum Sattel und weiter zum Pemexel, den man nach einer halben Stunde erreicht. Man sollte sich, der Aussicht wegen, links vom markierten Weg halten und den Gipfel des Berges nicht auslassen. Weiter auf der roten, später gelben Markierung, dann hält man sich links auf Blau, um gemächlich zu einer Straße zu gelangen, auf der man nach Oberbergern wandert. Ab Pemexel 1½ Stunden.

Vorbei am Kindergarten - rot und grün markiert - geht es zum Waldrand, dann steigt man auf dem Stickelsteig (grün) in den Windischgraben ab und kehrt nach Rossatzbach zurück. Ab Oberbergern 1 1/2 Stunden. Der Stickelsteig ist in schlechtem Zustand, nass und rutschig, als Alternative bietet sich die wenig befahrene Straße an. (DER STANDARD, Printausgabe vom 4./5./6. Jänner 2003)