Washington/Caracas - Angesichts neuer Ausschreitungen zwischen Anhängern des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez und Regierungsgegnern haben die USA die Konfliktparteien zur Gewaltfreiheit aufgerufen. Washington rufe beide Seiten zu einem verantwortlichen Umgang "mit den demokratischen Freiheiten" auf, sagte US-Außenamtssprecher Richard Boucher am Montag. Beide Parteien müssten sich jetzt "mehr denn je" auf eine friedliche Lösung konzentrieren.

Nach dem Tod zweier Chavez-Anhänger bei Straßenschlachten am Freitag warf die venezolanische Beschwerdestelle den Sicherheitskräften "Machtmissbrauch" und Gewaltexzesse im Umgang mit den Demonstranten vor. Der Ombudsmann habe den Justizbehörden einen Bericht vorgelegt, in dem vor allem der Gebrauch von Schusswaffen zur Kontrolle von Kundgebungen scharf kritisiert worden sei, teilte die Beschwerdestelle mit.

In Caracas und zahlreichen anderen Städten gingen am Montag erneut tausende Anhänger und Gegner des Präsidenten auf die Straße. In Barquisimeto rund 250 Kilometer südwestlich der Hauptstadt bewarfen sich Anhänger beider Seiten mit Steinen und anderen Gegenständen, wie ein Lokalfernsehsender berichtete. In Caracas versammelten sich mehr als tausend Chavez-Anhänger vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft. Sie forderten eine Bestrafung der Polizisten, die sie für den Tod der beiden Demonstranten verantwortlich machen. Im Südwesten der Hauptstadt zogen mehrere tausend Regierungsgegner durch die Straßen.

Der Generalstreik ging unterdessen in die sechste Woche. Die Chavez-Gegner wollen den Präsidenten mit dem Arbeitsausstand zum Rücktritt oder zu vorgezogenen Neuwahlen zwingen. (APA)