Hamburg - Schnee wohin das Auge blickt fiel auch im Nordwesten der spanischen Ferieninsel Mallorca und in Venedig. Ergiebige Schneefälle führten zu starken Verkehrsbehinderungen in Kroatien, während in Moskau zahlreiche Menschen erfroren. Behinderungen wegen der Kälte gab es auch in Finnland, das einen der kältesten Winter der Geschichte erlebt.

Bei schweren Unwettern mit Regen und Schnee wurden in Spanien drei Menschen getötet. Das Wetter auf Mallorca schien verrückt zu spielen: Nach sonnigen 22 Grad in der vergangenen Woche gingen nun mancherorts bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. In Palma und anderswo hagelte es. Dennoch blühten im Inselinneren die Mandelbäume.

In Kroatien kam es zu starken Behinderungen: Der öffentliche Verkehr in Zagreb brach zusammen. Einige der Brücken, die Adriainseln mit dem Festland verbinden, mussten wegen der Stürme gesperrt werden, meldete die Nachrichtenagentur HINA. In Südfrankreich beeinträchtigten starke Schneefälle den Straßen- und Flugverkehr erheblich.

Eis- und Sturmchaos in Norditalien

In Norditalien herrschen weiterhin Schnee und Kälte. Nach starken Schneefällen kam es in Triest auch am Mittwoch zu erheblichen Problemen im Straßenverkehr. Glatteis und heftige Windböen machten den Autofahrern zu schaffen, im Bereich der Grenze zu Slowenien bildeten sich lange Lkw-Kolonnen.

Schneefälle wurden auch in der gesamten Lombardei gemeldet. Mailand erwachte am Mittwoch unter einer weißen Schneedecke. In den lombardischen Bergen herrscht Lawinengefahr.

Starker Wind in Süditalien

Auch Süditalien macht das Wetter Probleme: Wegen starken Windes ist die Insel Pantelleria südlich von Sizilien nicht erreichbar. Die Schiffsverbindungen zu den liparischen Inseln und zur Vulkaninsel Stromboli konnten dagegen nach zwei Tagen wieder aufgenommen werden.

Rekordverdächtige Werte in Finnland

Finnland erlebt einen der kältesten Winter der Geschichte. In der Hauptstadt Helsinki sank die Temperatur am Dienstag früh auf minus 31,3 Grad Celsius, wie die Behörden mitteilten. So kalt sei es nur alle zehn bis 15 Jahre, sagte Anneli Nordlund vom Finnischen Meteorologischen Institut.

Am niedrigsten sank das Thermometer am Dienstag in der nordfinnischen Stadt Kuusamo an der russischen Grenze. Dort herrschten minus 41,9 Grad Celsius. Der bisher kälteste Tag in Helsinki war der 10. Jänner 1987 mit minus 35,9 Grad Celsius. Den historischen Kälterekord hält die nördliche Ortschaft Kittilae, wo am 28. Jänner 1999 minus 51,5 Grad Celsius gemessen wurden.

In Helsinki habe es einige Dutzend Brände gegeben, weil Bewohner eingefrorene Wasserleitungen mit offenen Flammen auftauen wollten, teilte die Feuerwehr mit. Der Zugverkehr war zu 20 bis 30 Prozent beeinträchtigt. Zahlreiche Züge kamen zu spät oder fielen aus. (APA/dpa)