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Besonders der "Straßenstrich" hat in Zürich zugenommen und damit auch die Zahl der Anzeigen.
Reuters/PAOLO COCCO

Zürich - Die Prostitution in der Stadt Zürich hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Sowohl die Bewilligungen für das Sexgewerbe als auch die Anzeigen wegen illegaler Prostitution sind auf Rekordwerte angestiegen.

213 Bewilligungen wurden im Jahr 2002 ausgestellt, 46 Prozent mehr als im Vorjahr (146 Bewilligungen). Diese Zahl ist ein Rekord. Noch nie sind derart viele Frauen ausländischer Herkunft in Zürich in das Sexgewerbe eingestiegen, wie Bruno Probst, Chef der Stadtzürcher Sittenpolizei, Medienberichte vom Dienstag bestätigte.

2002 mehr Illegale

Eine Zunahme hat die Sittenpolizei auch bei jenen Frauen festgestellt, die keine Bewilligung für das Ausüben der Prostitution brauchen, nämlich Schweizerinnen und Ausländerinnen mit einer Niederlassungsbewilligung C. Vergangenes Jahr wurden 254 Frauen in dieser Gruppe registriert, 2001 waren es 199.

Um fast ein Drittel auf 314 nahm auch die Zahl der Verhaftungen und Ausweisungen von illegal anwesenden Prostituierten zu. Insgesamt gehen in der Stadt Zürich nach einer Schätzung von Probst zurzeit rund 2.700 Frauen dem gewerbe nach.

Über 700 Anzeigen im Vorjahr

Mehr als verdoppelt hat sich die Zahl der Anzeigen wegen illegaler Straßenprostitution. 2001 waren es noch 295 Anzeigen, im vergangenen Jahr 729. Die Zahl ist unter anderem darum so hoch, weil die Polizei restriktiver gegen illegale Straßenprostitution vorgegangen ist.

Allerdings ist der Anstieg laut Probst auch ein Indiz für die wachsende Konkurrenz im Sexmilieu. Heute würden nur noch die wenigsten Frauen in Salons auf Kundschaft warten, sagte Probst. Stattdessen werben sie auf der Straße aktiv Freier an und verstoßen damit gegen den Strichplan, der Prostitution auf der Straße nur an wenigen Orten und zu bestimmten Zeiten erlaubt. (APA/sda)