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Fptp: EPA/epa/Berg

Nach dem Irrflug über das Frankfurter Bankenviertel wurde der offenbar geistig verwirrte Pilot in einem Psychiatrischen Krankenhaus auf seine Schuldfähigkeit untersucht. Weitere Vernehmungen des 31-jährigen Franz-Stephan Strambach seien in den nächsten Tagen geplant, kündigte der Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Job Tilmann, am Dienstag an. Sollte sich die volle Schuldfähigkeit Strambachs erweisen, drohen ihm zwischen fünf und 15 Jahren Haft.

Vernehmung unterbrochen

Am Montag war die Vernehmung Strambachs auf Wunsch von dessen Anwalt abgebrochen worden. Er habe keine Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht, hieß es. Bei einer vorherigen Vernehmung hatte Strambach der Staatsanwaltschaft zufolge seine Tat im Wesentlichen eingeräumt und dabei auch sein Motiv bekräftigt. Er habe an die US-Astronautin Judith Resnik erinnern wollen, die 1986 bei der Explosion der Raumfähre Challenger gestorben war.

"Immer alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt"

Die Mutter des 31-Jährigen gab sich selbst die Schuld an dem Irrflug. Die "Bild"-Zeitung zitiert die ehemalige Lehrerin, dass sie ihrem Sohn immer alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt habe. Tägliche Erledigungen wie Kochen, Waschen und Behördengänge, alles habe sie immer für ihren Sohn erledigt.

Ebenso habe sie hingenommen, dass der 31-Jährige mit seinem Studium noch immer nicht fertig war, berichtet das Blatt weiter. Sie habe erzählt, dass ihr Sohn umsatteln wolle: "Er wird jetzt Schriftsteller". Stundenlang habe der 31-Jährige Berichte über das Challenger-Unglück in seinen Computer gehackt, bei dem Resnik 1986 ums Leben gekommen war. Nachbarn zufolge war die Mutter sehr behütend. Der Vater sei schon früh gestorben, hieß es. "Wir haben ihn nie mit einem Mädchen gesehen", zitierte das Blatt Nachbarn.

Der Flughafen Frankfurt, der wegen des Irrflugs mehr als eine Sunde lang gesperrt werden musste, bezifferte den entstandenen Schaden auf mehrere hunderttausend Euro. (APA/AP)