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Keineswegs amtsmüde: Nationalbank-Chef Klaus Liebscher.

Foto: APA/Pfarrhofer

Wien - "Ich werde kandidieren." Klaus Liebscher, der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), machte am Dienstag deutlich klar, dass er keineswegs amtsmüde ist.

Diese Entscheidung könnte Liebscher auch durch den OeNB-Gewinn des vergangenen Jahres leichter gemacht worden sein. Das endgültige Ergebnis stehe zwar noch nicht fest, der Gewinn werde aber nur "marginal niedriger" sein als 2001. "Wir werden wieder sehr, sehr zufrieden sein", sagte Liebscher.

2001 hatte die OeNB einen Gesamtgewinn von 1,64 Mrd. Euro erwirtschaftet. Davon wurden 1,534 Mrd. an Finanzminister Karl-Heinz Grasser abgeliefert. Neben der 34-prozentigen Körperschaftssteuer von 558 Mio. Euro kassierte der Bund auch den gesetzlichen Gewinnanteil in Höhe von 90 Prozent des versteuerten Ergebnisses.

Forschungsförderung

Ein Teil des OeNB-Gewinns könnte künftig für die Unterstützung von Forschung und Entwicklung verwendet werden. Die OeNB habe dem Finanzminister den Vorschlag unterbreitet, "einen gewissen Teil der jährlichen Ausschüttung - das können etwa zehn oder 15 Prozent sein - zweckgewidmet als sicheres Stockerl für Forschung und Entwicklung" zur Verfügung zu stellen, sagte Liebscher. Der Einsatz von OeNB-Reserven für derartige Zwecke sei jedoch "nicht möglich", bekräftigte der Gouverneur. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 8.1.2002)