Einige Zentimeter der vom Tourismus so ersehnten weißen Pracht haben am Dienstag praktisch ganz Österreich Verkehrsprobleme beschert. Wegen der niedrigen Temperaturen blieb der Schnee liegen. Für so manchen Autofahrer, aber auch Öffi-Benutzer, geriet am "falschen Montag" der Weg in die Arbeit zur Geduldsprobe.

Schneefahrbahnen und gesperrte Straßen

Vor allem im Südwesten Oberösterreichs waren die Autofahrer mit Schneefahrbahnen und gesperrten Straßen konfrontiert. In weiten Teilen des Bezirkes Vöcklabruck kam der Frühverkehr auf der Salzkammergut-Bundesstraße abschnittsweise zum Erliegen. Noch während man dort gegen den Neuschnee ankämpfte, verwandelte sich die Westautobahn (A1) in den Morgenstunden in eine "Rutschpartie". Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Situation wieder.

Kettenpflicht

In Kärnten waren zahlreiche Bergstraßen nur mit Ketten befahrbar. In und um Klagenfurt hatte es etwa 15 Zentimeter geschneit, die teilweise sehr schlecht geräumten Straßen lösten Unmut bei den Betroffenen aus. Schneefahrbahn bzw. Schneematsch gab es nicht nur auf Landes- und Bundesstraßen, sondern auch auf den Autobahnen.

Kettenpflicht für sämtliche Fahrzeuge herrschte seit den Morgenstunden für die Turracher Bundesstraße, und zwar bereits ab Himmelberg, am Wurzenpass, am Nassfeld und am Loiblpass, für den Seebergsattel, den Kreuzberg und für die Simonhöhe. Am Katschberg wurden für Lkw Schneeketten vorgeschrieben.

Zahlreiche Unfälle

Laut Verkehrsgendarmerie ereigneten sich zahlreiche Unfälle, die jedoch durchwegs nur Sachschaden verursachten. Allerdings kamen viele zu spät zur Arbeit: Für eine Fahrt, die üblicherweise 30 Minuten dauert, etwa aus dem Görtschitztal in die Landeshauptstadt, benötigte man eineinhalb bis zwei Stunden.

Vor allem im Frühverkehr gab es im Raum Graz massive Behinderungen, im öffentlichen Verkehr mussten in Graz-Umgebung Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Kauf genommen werden. Fahrten in höher gelegenen Lagen waren nur mit Winterausrüstung möglich, auf zahlreichen Bergstraßen bestand Kettenpflicht. Auf der Südautobahn (A2) im Packabschnitt galt für Lastfahrzeuge über 3,5 Tonnen Kettenpflicht. Allgemeine Kettenpflicht herrschte auf höher gelegenen Bergstraßen wie dem Feistritzsattel.

Matschige Autobahnen

Zwei bis zehn Zentimeter betrug die Neuschneemenge in Niederösterreich. Die Autobahnen waren überwiegend matschig bis Salznass, die A 1 ab Amstetten schneebedeckt. Auch auf Bundesstraßen gab es fallweise Schneefahrbahnen, auf Landesstraßen großteils. Einzig das Waldviertel blieb vorerst von Niederschlägen verschont.

Für Kfz ab 3,5 Tonnen bestand Kettenpflicht auf der B 21 über Ochsattel und Gschaid sowie auf der B 71 über den Zellerrain ab Holzhüttenboden. Die Wiener Höhenstraße wurde in der Früh ab Höhe Himmelweg gesperrt. Behinderungen nach Unfällen gab es u.a. auf der Ostautobahn (A 4) bei Fischamend und auf der Mattersburger Schnellstraße (S 4) bei Wiener Neustadt. Die B 17 war, ebenfalls bei Wiener Neustadt, Richtung Neunkirchen wegen einer Lkw-Bergung vorübergehend blockiert.

Lawinengefahr

Der Neuschnee führte laut Landeswarnzentrale Vorarlberg zu einem deutlichen Anstieg der Lawinengefahr. Vor allem überwiegend oberhalb 2.000 Metern und an Steilhängen sowie in Rinnen und Mulden mit Triebschnee war äußerste Vorsicht geboten.

Verspätungen bei den Wiener Linien

Trotz Großeinsatz des Winterdienstes mussten Öffi-Benutzer in Wien mit Verspätungen auf fast allen Linien rechnen. Wer sein Auto stehen ließ und umstieg hatte nur bei den U-Bahnen es keine Probleme. (APA)