Seattle/Washington - US-Astronomen haben ein bisher unbekanntes Band von Sternen am Rande der Milchstraße entdeckt. Heidi Jo Newberg und Brian Yanny vom "Sloan Digital Sky Survey" stellten die Beobachtung auf dem Kongress der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft (AAS) vor, der am Montag in Seattle (US-Bundesstaat Washington) begonnen hat. Die Forscher vermuten, dass der Sternenring der Überrest einer Kollision der Milchstraße mit einer kleinen Galaxie vor Milliarden von Jahren ist.

Die Formation könnte helfen zu verstehen, wie unsere Galaxie geformt wurde. "Wenn wir große Gruppen von Sternen in ringförmigen Formationen finden, ist dies ein Zeichen dafür, dass zumindest Teile unserer Galaxie durch eine Gruppe kleinerer Galaxien oder Zwergengalaxien gebildet wurde, die sich vermengten", erklärte Newberg, die am Rensselaer Polytechnischen Institut in Troy (US-Staat New York) arbeitet.

"Sloan Digital Sky Survey"-Projekt

Der Sternenring hat einen Durchmesser von etwa 120.000 Lichtjahren und umschließt die Milchstraße. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern. Von der nächsten Stelle des Rings sind es rund 40.000 Lichtjahre bis zur Erde. Die Entdeckung gelang den Forschern mit dem seit vier Jahren laufenden "Sloan Digital Sky Survey"-Projekt (SDSS), das ein Viertel der gesamten Himmelskugel aufnehmen soll. Es ist das größte internationale Vorhaben seiner Art.

An der dreitägigen AAS-Fachtagung, auf der mehr als 1300 wissenschaftliche Arbeiten präsentiert werden, nehmen mehr als 2.000 Astronomen teil. (APA/dpa)