Die italienische Grenzübergänge ins Tessin werden in den nächsten Monaten rund um die Uhr mit speziellen Infrarotkameras überwacht. Italiens Steuerpolizei will damit illegale Geldtransporteure entlarven. An der italienischen Grenze wurden die Kontrollen generell intensiviert, seitdem die Regierung Berlusconi eine Verlängerung der Steueramnestie für Unternehmen und Personen beschlossen hat, die im Ausland deponiertes Schwarzgeld wieder in die Heimat zurückbringen wollen. Mit der Zahlung einer minimalen Abgabe können die italienischen Steuersünder ihre Finanzen wieder legalisieren.

Rund um die Uhr

Spezielle, auf einem Lieferwagen installierte Infrarotkameras registrieren im Rahmen der Aktion täglich rund um die Uhr die Nummernschilder von sämtlichen Italienern, die in die Schweiz einreisen. Ein zentraler Computer wertet die Daten aus. Bei Personen, die von Polizei der Steuerhinterziehung oder anderer Finanzdelikte verdächtigt werden, löst der Computer automatisch Alarm aus. Um nicht gegen das Gesetz zum Schutz der Privatsphäre zu verstoßen, machen an den Grenzübergängen Hinweisschilder auf die Kameraüberwachung aufmerksam.

"Amnestie" für Steuersünder

Viele Italiener hatten in den vergangenen Jahrzehnten ihr Geld "schwarz" in Schweizer Banken deponiert. Dank der Initiative der Regierung Berlusconi können sie nun ihre undeklarierten Auslandvermögen bis Ende März bei Bezahlung einer Gebühr von 2,5 Prozent legalisieren, danach gilt ein Satz von 4,5 Prozent. Reuige Firmen müssen eine 13-prozentige Ersatzsteuer auf den bisher nicht deklarierten Auslandgewinnen und anderen Bemessungsgrundlagen zahlen. Italiens Regierung erhofft sich von diesem Programm höhere Rückflüsse als bei der ersten "Amnestie", die bis Ende Juni 2002 natürliche Personen begünstigt und zur Repatriierung von fast 60 Mrd. Euro geführt hatte.(APA)