Der Prozesso gegen den 19-jährigen Jon Lech Johansen, der vor drei Jahren bei der Überwindung des DVD-Kopierschutzes mitgeholfen hatte, endete mit einem Freispruch. Wie die norwegische Tageszeitung Aftenposten berichtet, hat das Gericht alle Anklagepunkte zurückgewiesen. Demnach ist der Einsatz von DeCSS für die Erstellung von Privatkopien von DVDs in Norwegen legal.

Um legal erworbene DVDs auf seinem Linux-Computer abspielen zu können

Die Ankläger warfen dem Jugendlichen vor, dass er mit seinem Programm DeCSS Raubkopien von DVDs ermöglicht hätte. Nach Auffassung der norwegischen Staatsanwaltschaft und der Motion Picture Association of America (MPAA) verstieß Johansen gegen das Gesetz, als er seine Software im Internet veröffentlichte. Richterin Irene Sogn übernahm diesen Standpunkt allerdings nicht. Ihrer Meinung nach konnte die Anklage nicht beweisen, dass Johansen DeCSS für illegale Zwecke eingesetzt hatte. Der Jugendliche hatte DeCSS geschrieben, um legal erworbene DVDs auf seinem Linux-Computer abspielen zu können.

Aufsehen

Der Fall hatte international viel Aufmerksamkeit erregt, da er als Test für Urheberrechtsschutz und das Recht auf Privatkopien angesehen wurde. Viele Internet-Aktivisten stellten den Prozess in diesem Zusammenhang als einen Kampf von David gegen Goliath dar. Johansen gelangte in das Visier der norwegischen Fahnder nach einer Anzeige durch die MPAA.(pte)