Zuletzt war der Funkkontakt zwischen Vodafone, dem Weltmarktführer des Mobilfunks, und Mobilkom Austria, dem Marktführer in Österreich, nicht mehr zu überhören. Nach dem lang angekündigten Österreich-Ausstieg der Telecom Italia im Juni 2002 vernahmen nicht nur Brancheninsider deutliche Signale einer Annäherung zwischen dem britischen Riesen und dem österreichischen Zwerg.

Was auf den ersten Blick nach einer harmlosen Kooperation zwischen zwei profitablen Funkpartnern aussieht, der der Mobilkom volle Kassen bescheren soll, ist freilich weit mehr als eine simple Zusammenarbeit in den Bereichen Technik und Marketing. Zwar ist es erfreulich, dass das Telefonieren im Ausland dadurch billiger wird. Vor dem Hintergrund der Koalitionsverhandlungen und der laut ÖVP-Positionspapier geplanten weiteren Privatisierung der Telekom Austria ist die Unterschrift unter dem Kooperationsvertrag ihrer wichtigsten Tochter Mobilkom jedoch bereits eine strategische Weichenstellung.

Hier ist Vorsicht geboten, denn wenn es ernst gemeint ist mit Schuldenabbau und Verkauf, dann wird ein solcher schwierig. Schließlich hat Vodafone mit der jetzigen Partnerschaft billig bekommen, wofür sie bei einem Teileinstieg teuer gezahlt hätte. Andere Partner werden nun wenig Interesse haben, weil die Briten hier präsent sind. Ein Totalverkauf der A1-Gruppe an Vodafone (oder wen auch immer) wiederum brächte zwar Milliarden, degradiert Österreich aber zu einem Verkaufsbüro, in dem keine strategischen Entscheidungen mehr fallen.

Gesundes Misstrauen lohnt, denn schon einmal hat ein Politiker der Telekom einen strategischen Partner eingebrockt, der viel Geld fürs Budget, aber industriepolitisch genau gar nichts gebracht hat. (DER STANDARD, Printausgabe 8.1.2002)