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Foto: Reuters/ Nick Ray

London - Der Zwischenbericht der UN-Waffeninspektoren über mögliche irakische Massenvernichtungswaffen ist nach Auffassung des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon nicht entscheidend für die Frage, ob es zu einem Krieg gegen Bagdad kommen wird. Der Stichtag des UN-Berichts am 27. Jänner sei zwar ein "wichtiges Datum", aber es sei nicht der einzig wichtige Termin, sagte Hoon am Dienstag in London auf die Frage, ob es Krieg geben könnte, auch wenn die UN-Inspektoren zu dem Schluss kommen würden, dass die irakische Regierung über keine Massenvernichtungswaffen verfüge.

Einerseits könnten die Inspektionen über diesen Stichtag hinaus fortgesetzt werden, betonte Hoon. Und andererseits würden die UN-Experten ihren Bericht vorziehen, falls sie tatsächlich Massenvernichtungswaffen entdecken sollten. Wichtig sei, dass der "Prozess" fortgesetzt werde, den die UN-Resolution 1441 angestoßen habe. Der 27. Jänner sei nur ein Teil dieses Prozesses, sagte der Verteidigungsminister.

Hoon wollte am Mittwoch zu Gesprächen mit seinem türkischen Kollegen Vecdi Gönül über einen möglichen Irak-Krieg nach Ankara reisen. Britischen Presseberichten zufolge ist der Besuch Teil einer amerikanisch-britischen Initiative, um die Türkei zur Freigabe von Militärstützpunkten im Falle eines militärischen Vorgehens gegen Bagdad zu bewegen. Ankara besteht bislang auf einem Einverständnis des UN-Sicherheitsrates vor einem etwaigen Waffengang gegen den südöstlichen Nachbarn. (APA)