Rio de Janeiro - Die brasilianische Regierung hat ein erst vor wenigen Tagen angekündigtes Programm zur Bekämpfung der Armut vorerst verschoben. Ursprünglich sollte das Projekt mit dem Titel "Null Hunger" am kommenden Freitag mit einer offiziellen Zeremonie in einer Armensiedlung im Nordosten des Landes feierlich beginnen, nun sei es aber aus "operationellen Gründen" verschoben worden, berichtete die Zeitung "O Globo" am Dienstag (Ortszeit). Das Budget für das Programm, das unter anderem die Verteilung von Essensrationen an die arme Bevölkerung vorsieht, sei noch nicht geklärt, sagte ein Staatssekretär. Jetzt will die Regierung einem Sprecher zufolge Ende Jänner mit der gezielten Armutsbekämpfung beginnen.

Der neue sozialistische Präsident Luiz Inacio "Lula" da Silva hatte Ende vergangener Woche als eine seiner ersten Amtshandlungen ein millionenschweres Rüstungsprojekt zu Gunsten der Armutsbekämpfung in Brasilien auf Eis gelegt. Die Anschaffung von zwölf Jagdbombern im Wert von 760 Millionen Dollar (729 Mill. Euro) wurde auf mindestens nächstes Jahr verschoben. Bildungsminister Cristovam Buarque kündigte zudem ein ehrgeiziges Alphabetisierungsprogramm an. 20 Millionen Erwachsene in dem größten südamerikanischen Land können nicht lesen und schreiben. Jeder dritte der 170 Millionen Einwohner hat nicht genügend zu essen. (APA/AFP)