Caracas - Der venezolanische Präsident Hugo Chavez will das staatliche Ölmonopol möglichst bald in zwei Gesellschaften aufteilen. Damit sollen die Folgen von Streiks begrenzt werden, wie sie zurzeit den weltweit fünftgrößten Ölexporteur lähmen. Energieminister Rafael Ramirez erklärte am Dienstag im Fernsehen, der staatliche Ölkonzern "Petroleos de Venezuela" (PDVSA) solle in einen östlichen und westlichen Teil getrennt werden.

Die Neuorganisation ist mit einem erheblichen Personalabbau verbunden. Ramirez sagte jedoch nicht, wie viele der 7.000 Mitarbeiter in der Zentrale entlassen werden sollen. Die Regierung hat damit gedroht, alle Streikenden zu entlassen. In der Zentrale in Caracas haben sich viele dem Streik angeschlossen. Vergangene Woche hatte PDVSA-Direktor Ali Rodriguez angekündigt, dass 6.000 Stellen in Caracas gestrichen werden sollen.

Mit ihrem seit mehr als fünf Wochen andauernden Generalstreik strebt die Opposition die Ablösung des linksgerichteten Präsidenten an. Minimalziel des Streiks ist ein Referendum, in dem die Bevölkerung über die Amtsführung von Chavez befinden soll. Der Präsident, dessen Amtszeit im Jänner 2007 endet, lehnt dies ab. Umfragen zufolge befürworten mittlerweile rund 90 Prozent der Venezolaner vorgezogene Wahlen. (APA/AP)