Bregenz - Noch funktioniert die grenzüberschreitende Hochwasserwarnung am Alpenrhein nicht. Damit Vorarlberg nicht wieder - wie zuletzt im November - durch Wassermassen aus der Schweiz überrascht wird, sollen Daten von Schweizer Messstellen direkt ins Landhaus nach Bregenz geschickt werden. Zuvor müsse man aber noch "bürokratische und organisatorische Hürden" beseitigen. Dies forderte Landesstatthalter Hubert Gorbach bei der Präsentation der aktuellen Hochwasserschutzprojekte am Dienstag.

Warnung

Noch laufen die Schweizer Hochwasserinformationen über mehrere eidgenössische Amtsstellen und eine private Schweizer Firma. Was zur Folge hat, dass das Hochwasser früher nach Vorarlberg gelangt als die Warnung. Die Modalitäten für den direkten Datenverkehr von den Schweizer Rheinpegeln nach Bregenz soll die Internationale Regierungskonferenz Alpenrhein nächste Woche klären.

In Vorarlberg selbst wird die Hochwasserwarnung durch die Datenfernübertragung von einem weiteren Pegel in Feldkirch/Bangs verbessert. Die Wasserstandsdaten der Bodensee-Zuflüsse werden zurzeit an sechs Pegeln gemessen und vom Hydrographischen Dienst zentral erfasst und ausgewertet. Werden Grenzwerte überschritten, dritt ein dreistufiges Alarmsystem in Kraft.

Zuverlässiges Vorhersagemodell

Das Hochwasser von Pfingsten 1999 habe gezeigt, wie wichtig ein zuverlässiges Vorhersagemodell für den Bodensee wäre, betonte Gorbach. "Dabei sind wir natürlich auf den Informationsaustausch mit den Nachbarn angewiesen." Mit einer Verwaltungsvereinbarung wurde nun die bürokratische Basis für die Kooperation geschaffen. Die Schweiz, Baden-Württemberg und Vorarlberg liefern die Messdaten ihrer Zuflüsse, in Baden-Württemberg werden die Prognosen berechnet. Ein erstes Berechnungsmodell für die Bregenzer Ache befindet sich in der Testphase. (jub, DER STANDARD Printausgabe 8.1.2003)