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Foto: Michele Limina/EPA/Keystone

Österreich ist bei der Umsetzung der EU-Vorgabe zur "mobilen Nummernportabilität" (MNP) im Rückstand. Bei dieser kann bei einem Betreiberwechsel die Mobiltelefonnummer samt der Vorwahl zum neuen Mobilfunkanbieter vom Kunden "mitgenommen" werden - so wie es im Festnetz bei einem Betreiberwechsel bei Telefonnummer samt Vorwahl bereits gang und gäbe ist. Weil sich die legistische Umsetzung mangels Regierungsbildung aber verzögert, hat das zuständige Technologieministerium Ende 2002 die betroffenen Betreiber aufgefordert, "die Gespräche untereinander konzeptiv zu führen."

Erhöhte Wechselbereitschaft

Nach den Erfahrungen in den europäischen Ländern, in denen die Nummernportabilität bereits durchgeführt wurde, erhöht sie die Wechselbereitschaft aufseiten der Kunden. Nach einer Untersuchung von tele.ring erhöht sich bei 62 Prozent der Endkunden die Wechselbereitschaft. Bei Geschäftskunden stellt sie überhaupt das wichtigste Kriterium für einen Betreiberwechsel dar. Deshalb hängen Zustimmung und Ablehnung zu der Neuerung bei den heimischen Mobilfunkbetreibern durchgängig mit der bestehenden Marktpräsenz zusammen. Kleinere Funker wie Tele.ring oder im Aufbau begriffene wie Hutchison 3G erwarten sich von NMP stärkeren Zulauf.

Schwierig

Als schwierig in der Umsetzung stellen sich dabei die höchst unterschiedlichen Tarifhöhen in Österreich heraus. Viele Anrufende wollen weiterhin wissen, in welches Netz sie telefonieren. Wenn es die eindeutige Vorwahl-Zuordnung aber nicht mehr gibt, müssen andere Lösungen gefunden werden. Angedacht wird, dass eine Automatik - eine Ansage oder Anzeige - installiert wird, die den Anrufenden darüber aufklärt, in welches Netz er telefoniert. Oder dass die Möglichkeit installiert wird, sich über SMS oder webbasiert darüber informieren zu lassen, zu welchem Betreiber der Angerufene gehört.

Dementsprechend klagen die Mobilfunkbetreiber über den technischen Aufwand, den MNP mit sich bringe. Trotzdem soll ein Betreiberwechsel möglichst Geldbörsel- schonend vonstatten gehen können, meint man im Technologieministeriums. Die "Exit-Fees", die in den EU-Ländern dafür verrechnet werden, sind höchst unterschiedlich. (ruz, DER STANDARD Printausgabe, , 8. Jänner 2003)