London/Wien - Wenig berauschende Einschätzung von internationalen Investmentbanken am Mittwoch den Kurs die Aktie der Telekom Austria (TA) belastet. Wie aus Händlerkreisen verlautet, hat die Deutsche Bank die TA von "buy" auf "hold" zurückgestuft. Die Deutsche Bank wollte dazu vorerst keine Stellungnahme abgeben. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat die TA-Aktie in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Erstbeurteilung des Unternehmens als "neutral" bewertet. Die TA-Aktie gab am Vormittag um 2,4 Prozent nach und notierte gegen 11:30 Uhr bei 9,29 Euro.

Positiv bewertet Goldman Sachs an der TA das niedrige Fremdkapital, den 90-prozentigen Inlandsanteil am Gesamtumsatz und den hohen Free Cash Flow. Zudem sei die TA-Aktie derzeit sehr attraktiv bewertet und eine der preiswertesten Aktien, die vom Institut analysiert werden.

Warten auf die Dividende

Negativ beurteilt Goldman Sachs hingegen, dass die TA-Aktionäre noch bis 2004 auf die erste Dividende warten müssten. Für abgelaufene Geschäftsjahr 2002 erwartet die Investmentbank für die Telekom Austria einen Gewinn je Aktie von 0,09 Euro, 2003 soll der Gewinn auf 0,21 Euro je Aktie ansteigen.

Als größtes Risiko bezeichnet Goldman Sachs den möglichen weiteren Ausstieg der Telecom Italia, die 2003 ihre restlichen 74 Millionen Aktien verkaufen kann. Der damit verbundene Aktienüberhang könnte die TA-Aktie unter Druck setzen. Gleichzeitig könnte die TA aber auch vom steigenden Streubesitz profitieren, heißt es in der Analyse.

Probleme sieht Goldman Sachs außerdem in den Expansionsabsichten der Mobilkom in Südosteuropa, wo die politische Situation noch recht unsicher sei. Die Beteiligungen der Telekom Austria in Kroatien (VIPnet), Slowenien (Si.mobil) und Tschechien (Czech Online) bezeichnete das Institut hingegen als relativ sicher. (APA)