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Foto: Reuters/McDermid

Basel/Los Angeles - US- und Schweizer Wissenschafter entwickeln derzeit das erste Medikament, das die Entstehung von Kurzsichtigkeit bei Kindern reduzieren kann. Es handelt sich dabei um ein Gel, das auf die Augen aufgetragen werden muss. Die ersten Untersuchungen verliefen so erfolgreich, dass der Schweizer Pharmakonzern Novartis die Lizenz für die Weiterentwicklung des Gels erworben hat.

Die Entwicklung des ersten Medikaments gegen Kurzsichtigkeit ist jedenfalls schon relativ weit fortgeschritten. "Valley Forge Pharmaceuticals" haben das Pirenzepine-Gel in zwei klinischen Studien der Phase II an 174 Kindern in den USA und an 176 Kindern in Asien erprobt. Zwei Drittel erhielten echte Medikament, ein Drittel - ohne dass es jemand wusste - ein Placebo-Gel. Die Kinder waren zwischen acht und zwölf Jahre alt. Es zeigte sich eine Reduzierung des Fortschreitens der Kurzsichtigkeit um bis zu 50 Prozent. Damit sind die bisherigen Studien ausgesprochen positiv verlaufen. Es gab nur sehr milde Nebenwirkungen", erklärte am Mittwoch Dwight Akerman, stellvertretender Wissenschaftschef bei Novartis Ophthalmics.

So könnte, wenn sich die Ergebnisse weiter bestätigen, eventuell eine sich anbahnende Kurzsichtigkeit gebremst und hoffentlich zu einem Gutteil verhindert werden. Akerman: "Mit ein wenig Kurzsichtigkeit kann man leben. Doch starke Kurzsichtigkeit ist hinderlich und schwerste Kurzsichtigkeit führt sehr häufig zu schweren zusätzlichen Komplikationen."(APA)